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Bis zu 8 Grad wärmer: WMO warnt vor historischem Rekord-El-Niño

Satellitenaufnahme der Meeresoberflächentemperaturen im Pazifik während eines El-Niño-Ereignisses Aktuelle News

Ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen im Pazifik treiben das weltweite Wettergeschehen an.

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) schlägt Alarm wegen einer beispiellosen Erwärmung im Pazifik. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, könnte das aktuelle Wetterphänomen die stärksten Messwerte der vergangenen vier Jahrzehnte übertreffen.

„Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der El Niño stärker ausfallen als alles, was wir seit Beginn unserer Beobachtungen verzeichnet haben“, warnte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo in Genf. UN-Generalsekretär António Guterres erklärte dazu, das Phänomen nehme vor unseren Augen Super-Ausmaße an und bringe die Welt in eine Gefahrenzone extremer Wetterereignisse.

Extreme Messwerte im tropischen Pazifik

Das Klimaphänomen El Niño tritt natürlicherweise alle zwei bis sieben Jahre auf. Es wird nicht durch den Klimawandel verursacht, verstärkt dessen Auswirkungen jedoch erheblich.

Aktuelle Messdaten der WMO verdeutlichen die Intensität des aktuellen Zyklus:

  • Meeresoberfläche: Die Wassertemperaturen im zentral-östlichen Äquatorialpazifik liegen 2,2 bis 2,6 Grad über dem langjährigen Mittel.
  • Tiefenwasser: Unter der Wasseroberfläche wurden im Juli und Anfang August Abweichungen von mehr als 8 Grad über Normal gemessen.
  • Höhepunkt: Meteorologen erwarten die stärkste Ausprägung rund um die Jahreswende.

Veränderte Windsysteme und weltweite Folgen

Durch die Erwärmung steigt im tropischen Pazifik enorme feuchtwarme Luft auf, die weltweite Wind- und Luftströmungen verschiebt. Während an der Westküste Südamerikas, in Teilen Ostafrikas und den südlichen USA starke Regenfälle und Überschwemmungen drohen, führt die Entwicklung in Australien, Indonesien und Südafrika häufig zu massiven Dürren.

Bis zu 8 Grad wärmer: WMO warnt vor historischem Rekord-El-Niño

Europa bleibt von den direkten Auswirkungen des Pazifik-Phänomens weitgehend unberührt. So standen die europäischen Hitzewellen der jüngeren Vergangenheit laut Saulo in keinem Zusammenhang mit El Niño.

Globale Temperaturen steigen flächendeckend

Historisch folgen auf El-Niño-Phasen regelmäßig neue Temperaturhöchststände an Land. So markierte das Jahr 2024 mit rund 1,6 Grad über dem vorindustriellen Niveau das bislang heißeste Jahr der Messgeschichte.

Für die Monate September bis November prognostiziert die WMO auf nahezu allen Landflächen der Erde überdurchschnittliche Temperaturen. Ungewöhnlich warmes Wasser im nördlichen und südlichen tropischen Atlantik könnte die regionalen Auswirkungen des Wetterereignisses zusätzlich beeinflussen.