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Bis zu 80 Prozent Rabatt: Verbraucherzentrale warnt vor Fake-Shops mit erfundenen Traditionsläden

Eine Frau gibt beim Online-Shopping ihre Kreditkartendaten auf einem Laptop ein Aktuelle News

Beim Online-Shopping drohen erhebliche Risiken durch betrügerische Shops mit Fake-Rabatten.

Websites wie „anna-berlin.de“, „mathilde-muenchen.de“, „emma-frankfurt.de“ oder „stefanberlin.com“ werben derzeit mit einer auffallend ähnlichen Masche. Sie geben sich als alteingesessene Traditionsbetriebe aus, verkünden eine angebliche Geschäftsaufgabe und locken mit Preisnachlässen zwischen 50 und 80 Prozent.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen schlägt jetzt Alarm. Hinter den scheinbar lokalen Modegeschäften stecken in der Regel professionelle Betrugsnetzwerke.

Eine Frau tippt die Nummer ihrer Kreditkarte auf einem Laptop.
Eine Frau tippt die Nummer ihrer Kreditkarte auf einem Laptop ein.

Falsche Nostalgie als Verkaufsfalle

„Nach 37 wunderbaren Jahren beginnt für uns ein neues Kapitel“ – mit solchen Botschaften sprechen die Seiten gezielt Emotionen und Vertrauen an. Käufer glauben, ein regionales Unternehmen im Ausverkauf zu unterstützen und gleichzeitig hochwertige Ware zum Schnäppchenpreis zu ergattern.

„Eine emotionale Inszenierung soll Vertrauen aufbauen, die angeblich befristete Rabattaktion zum schnellen Kauf animieren“, erklärt Kathrin Bartsch, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Geliefert wird jedoch minderwertige Billigware oder gar nichts.

Wollen Betroffene von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen, scheitert dies meist an extrem hohen Kosten für die Rücksendung ins Ausland.

Ein Blick ins Impressum entlarvt den Schwindel

Trotz deutscher Stadtnamen im Domainnamen sitzen die Betreiber tausende Kilometer entfernt. Wer auf den Seiten nach unten scrollt, findet die wahren Standorte im Kleingedruckten.

„Der Firmensitz von ‚mathilde-muenchen‘ ist in Wyoming, bei ‚emma-frankfurt‘ und den angeblichen Berliner Shops ist eine Adresse in Hongkong angegeben“, so Bartsch. Fehlende oder lückenhafte Kontaktdaten sowie Adressen in Fernost sind klare Warnzeichen.

Typische Warnsignale im Überblick

  • Erfundene Geschichten über Jubiläen oder Schließungen bei gleichzeitig extremen Rabatten von bis zu 80 Prozent
  • Widerspruch zwischen regionalem Stadtnamen in der Webadresse und Firmensitzen im Ausland
  • Kurze Registrierungsdauer der Domain von oft nur wenigen Tagen oder Wochen
  • Rücksendeanschriften in Asien oder den USA trotz vermeintlich deutschem Händler
  • Fehlende, mangelhafte oder gefälschte Kundenbewertungen

So lässt sich das Risiko vor dem Kauf minimieren

Ein zentrales Prüfwerkzeug ist der kostenlose Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen. Durch Eingabe der jeweiligen URL analysiert das Tool den Shop und stuft ihn über ein Ampelsystem ein.

Steht das Signal auf Rot, ist die Webadresse bereits auf Sperrlisten registriert und als Betrug gemeldet. Zeigt das System Gelb, fehlen wesentliche Transparenzkriterien, was zu erhöhter Vorsicht mahnt.

Domain-Alter, vollständige Impressumsangaben und externe Rezensionen müssen zwingend vor Abschluss der Zahlung geprüft werden.