Bitcoin über 80.000 Dollar: Warum nach dem Thelen-Verkauf eine 1,4-Milliarden-Rallye zündete
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Nach einer monatelangen Durststrecke kletterte der Bitcoin wieder über die Marke von 80.000 US-Dollar.
Börsenkurse bewegen sich selten nach vorhersehbaren Mustern. Oft sind es unerwartete Wendepunkte und Marktstimmungen, die plötzliche Trendwenden einleiten.
Als Tech-Investor Frank Thelen Ende Juni öffentlichkeitswirksam den vollständigen Verkauf seiner Bitcoin-Bestände verkündete, markierte dieser Schritt rückblickend das Jahrestief der Kryptowährung. Ähnlich wie die langjährigen Crash-Prognosen von Dirk Müller fungierte das Signal erfahrener Marktbeobachter als klassischer Kontraindikator.
Im August drehte die Stimmung vollständig. Innerhalb von 24 Stunden legte der Bitcoin-Kurs um mehr als elf Prozent zu und durchbrach erstmals seit Monaten wieder die Marke von 80.000 US-Dollar.
Milliardenschwerer Short Squeeze treibt den Kurs
Der rasante Kursanstieg zwang zahlreiche Spekulanten zur Aufgabe ihrer Wetten auf fallende Notierungen. Innerhalb eines einzigen Tages wurden Short-Positionen im Gesamtwert von rund 1,4 Milliarden US-Dollar liquidiert.
Dieser sogenannte Short Squeeze sorgte bei Brokern wie CMC Markets für sprunghaft steigende Handelsvolumina. Auch alternative Kryptowährungen wie Ethereum, Ripple und Litecoin verzeichneten deutliche Zuwächse.
Flankiert wurde die Aufwärtsbewegung durch politische Signale aus Washington. US-Präsident Donald Trump empfing führende Vertreter von Coinbase, Ripple und Robinhood zusammen mit den Chefs der Aufsichtsbehörden SEC und CFTC im Weißen Haus.

Die Rolle der US-Anleihemärkte
Den eigentlichen Treibstoff für die Kursexplosion lieferte jedoch der traditionelle Rentenmarkt. Die Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen waren zuvor auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen, getrieben von Sorgen um Inflation, geopolitische Risiken und den enormen Kapitalbedarf von KI-Konzernen.
Geraten klassische Anlageklassen unter Druck, weichen Investoren vermehrt in liquide, von Zentralbanken unabhängige Märkte aus.
Zinssenkungsfantasie durch Anleiherückkäufe
Das US-Finanzministerium kündigte überraschend an, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen auszuweiten. Die daraufhin sinkenden Renditen machten zinslose Anlageklassen wie den Bitcoin schlagartig wieder attraktiver.
Trotz der dynamischen Erholung mahnen Marktbeobachter zur Vorsicht. Franz-Georg Wenner vom Finanzportal IndexRadar verweist darauf, dass sich der Bitcoin im Rahmen seines typischen Vierjahreszyklus weiterhin in einer übergeordneten Konsolidierungsphase befindet und im Bereich früherer Zwischenhochs auf charttechnische Widerstände trifft.
