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Bitkom-Umfrage: 84 Prozent der Deutschen fordern weltweites Verbot von KI-Entkleidungs-Apps

Fotoshooting mit Smartphone (Symbolbild) Aktuelle News

Ein Smartphone wird für ein Fotoshooting genutzt.

Künstliche Intelligenz macht es möglich, gewöhnliche Porträts mit wenigen Klicks in sexualisierte Darstellungen oder Nacktbilder zu verwandeln. Die Betroffenen wissen oft nichts von den Manipulationen und haben niemals zugestimmt.

Fotoshooting mit Smartphone (Symbolbild)
Fotoshooting mit Smartphone (Symbolbild)

Eine repräsentative Erhebung des Digitalverbands Bitkom unter 1.006 Personen ab 16 Jahren verdeutlicht nun das Ausmaß der Verunsicherung in Deutschland. Demnach verlangen 84 Prozent der Befragten ein weltweites Verbot sogenannter Nudifier-Anwendungen.

Große Sorge vor Missbrauch von Kinderbildern

Besonders die Verletzung der Privatsphäre des eigenen Umfelds treibt die Menschen um. Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) äußerten konkrete Furcht davor, dass Fotos ihrer Kinder oder nahestehender Personen manipuliert werden könnten.

Gleichzeitig sorgen sich 43 Prozent davor, selbst zur Zielscheibe solcher Deepfakes zu werden. Etwa die Hälfte der Teilnehmer gab an, im Netz bereits auf solche Werkzeuge gestoßen zu sein.

Klare Regeln und Hilfen für Betroffene gefordert

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder warnt vor den weitreichenden Folgen für Opfer sexualisierter Deepfakes. Die Anwendungen seien kein Spaß, sondern verletzten, verängstigten und könnten Betroffene nachhaltig traumatisieren sowie soziale Schäden anrichten.

Forderungen an Gesetzgeber und Plattformen

Der Digitalverband sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert verbindliche Leitplanken gegen den Missbrauch:

  • Schnelle rechtliche Verfahren gegen Betreiber und Nutzer der Dienste.
  • Niedrigschwellige Meldewege auf Online-Plattformen.
  • Effektive Unterstützung bei der Löschung manipulierter Aufnahmen aus dem Netz.
  • Rechtliche und psychologische Beratung für Opfer.

EU-Parlament beschließt Schritte gegen Deepfakes

Auf europäischer Ebene formiert sich bereits Widerstand gegen die Technologie. Das Europäische Parlament votierte mit breiter Mehrheit für das Verbot von KI-Systemen, die ohne Einwilligung intime Deepfakes erzeugen.

Die Abgeordneten begründeten das Votum mit dem Schutz der Menschenwürde und der Privatsphäre. Für ein rechtskräftiges EU-weites Verbot steht noch die Einigung mit den Mitgliedstaaten aus.