Böen bis 150 km/h: Tief „Raphaela“ deckt rund 100 Dächer in Bohlingen ab
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Tief Raphaela sorgt in Teilen Deutschlands für schwere Sturmschäden und Überflutungen.
Ausnahmezustand in Bohlingen: Ort komplett abgeriegelt
Das Tief „Raphaela“ hat am Freitagvormittag im Südwesten Deutschlands schwere Verwüstungen angerichtet. Im Singener Ortsteil Bohlingen in Baden-Württemberg wurden die Dächer von etwa 100 Häusern teils massiv abgedeckt.
Zahlreiche bis zu 80 Jahre alte Bäume knickten unter den extremen Kräften ein oder wurden komplett entwurzelt. Wegen herabfallender Ziegel und Trümmerteile sperrte die Polizei den gesamten 1500-Einwohner-Ort vorsorglich ab.
Ortsvorsteher Stefan Dunaiski berichtete von einem schweren Gewitter mit Sturmböen bis 150 km/h, das zwischen 10 und 11 Uhr über die Ortschaft fegte. Einen Tornado schloss er aus, beschrieb das Bild vor Ort jedoch als verheerend.
Einsatzkräfte sichern die Schäden nach dem schweren Unwetter.
Höchste Warnstufe im Süden: Bis zu 140 km/h und Riesen-Hagel
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) und Wetterexperten warnen auch im weiteren Tagesverlauf vor heftigen Entwicklungen. Die höchste Gefahrenstufe 4 von 4 gilt für den Bereich um den Bodensee und die nördlich angrenzenden Regionen.
Besonders die Südhälfte des Landes mit Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist bedroht. Im Südosten Bayerns rechnen Meteorologen mit schweren Sturmböen und Orkanböen von 120 km/h bis lokal 140 km/h.

Laut Diplom-Meteorologe Dominik Jung droht im Südosten Hagel mit Korngrößen von bis zu fünf Zentimetern. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz können Hagelkörner Durchmesser von rund drei Zentimetern erreichen.
Nordwesten drohen bis zu 40 Liter Starkregen
In Schleswig-Holstein und Niedersachsen steht vor allem der Niederschlag im Fokus. Aufeinanderfolgende Gewitterzellen können dort gebietsweise bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter bringen.
Binnen kurzer Zeit drohen überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und massive Behinderungen im Nah- und Fernverkehr. An den Küsten der Nordsee weht zudem ein stürmischer Wind.
Wetterlage entspannt sich in der Nacht
Die stärksten Gewitterzellen ziehen im Verlauf des Abends und in der ersten Nachthälfte schrittweise ostwärts ab. Bereits ab Samstag setzt in weiten Teilen Deutschlands eine spürbare Beruhigung ein.

