Bordell-Sanierung mit 1,2 Millionen Euro Corona-Hilfen: Münchner Rotlicht-Größe vor Gericht
Aktuelle News
Chris N. muss sich vor dem Landgericht München wegen Subventionsbetrugs verantworten.
Wegen mutmaßlichen Subventionsbetrugs in Millionenhöhe steht der Münchner Rotlicht-Unternehmer Chris N. (44) vor dem Landgericht München I. Dem Betreiber des nach eigenen Angaben größten Laufhauses der bayerischen Landeshauptstadt wird vorgeworfen, während der Corona-Pandemie unberechtigt Hilfsgelder bezogen zu haben.
Seit über zehn Monaten sitzt der 44-Jährige bereits in Untersuchungshaft. Bei einem Schuldspruch droht ihm eine mehrjährige Freiheitsstrafe.
1,2 Millionen Euro Hilfen für Bordell-Sanierung beantragt
Laut Anklageschrift soll N. Überbrückungshilfen in Höhe von 1,21 Millionen Euro mit falschen Angaben beantragt haben. Die Gelder dienten dem Vorwurf zufolge dazu, ein Bordell aufwendig zu sanieren.
Dabei seien betriebliche Umsätze von über 500.000 Euro gezielt verschleiert worden. Insgesamt zahlte der Staat knapp 700.000 Euro an Hilfen aus, die nun vollständig zurückgefordert werden.
Der Angeklagte Chris N. vor dem Landgericht München.
Verteidigung bestreitet Betrugsabsicht
Im Handelsregister war Chris N. für das Laufhaus offiziell nicht eingetragen. Er agierte formell als Immobilienverwalter, der Zimmer an Prostituierte vermietete, räumte vor Gericht jedoch weitreichende Führungsaufgaben ein.

Über seinen Verteidiger Andreas Remiger gab der 44-Jährige an, das Unternehmen habe in massiven Schwierigkeiten gesteckt und Bauarbeiten seien zwingend notwendig gewesen. Einen bewussten Betrug habe er nicht geplant, sondern geglaubt, Angaben nachträglich korrigieren und das Geld zurückzahlen zu können.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass N. sein Firmennetzwerk – zu dem auch ein Limousinenservice und eine Agentur für Nachtclub-Tänzerinnen gehörten – gezielt nutzte, um Einnahmen zu verdecken.
Festnahme auf Mallorca
Chris N., der in sozialen Netzwerken wiederholt an der Seite von Bert Wollersheim auftrat, eröffnete 2025 auf Mallorca einen 600 Quadratmeter großen Nachtclub. Auf der Insel erfolgte schließlich auch seine Festnahme.
Den Vorsitz im Prozess führt Richterin Andrea Wagner, die 2022 bereits Starkoch Alfons Schuhbeck wegen Steuerhinterziehung verurteilte. Vor Gericht erklärte N., langfristig ganz nach Mallorca auswandern zu wollen, während sein dortiger Betrieb trotz der Haft weiterlaufe.

