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BSI warnt vor Peace-Zeichen auf Fotos: KI macht Diebstahl von Fingerabdrücken leichter

Nahaufnahme einer Hand mit Handgeste Aktuelle News

Hochauflösende Aufnahmen von Fingerkuppen können für biometrischen Identitätsdiebstahl missbraucht werden.

Ein kurzes Peace-Zeichen in die Kamera gehört zu den beliebtesten Posen auf Selfies. Doch was harmlos wirkt, birgt Sicherheitsrisiken für persönliche Daten.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt davor, dass Kriminelle biometrische Daten direkt aus hochauflösenden Digitalfotos abgreifen können. Moderne Smartphone-Kameras fangen kleinste Hautrillen der Fingerkuppen detailgetreu ein.

Vom Digitalfoto zum physischen Nachbau

Die Methode ist technisch nicht neu: Bereits im Jahr 2014 demonstrierte der Chaos Computer Club (CCC), wie sich anhand standardmäßiger Pressefotos die Fingerabdrücke der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kopieren ließen. Der CCC bezeichnete Fingerabdrücke damals als reines „Sicherheitsplacebo“.

Wissenschaftler des japanischen National Institute of Informatics (NII) wiesen 2017 ebenfalls nach, dass Fingerabdrücke aus Digitalbildern rekonstruiert werden können, sofern das Licht stark genug und die Abbildung scharf ist.

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Eine Handgeste auf einem Foto, bei der Fingerkuppen sichtbar sind.

Künstliche Intelligenz senkt die Einstiegshürde

Inzwischen hat sich die Gefahrenlage verschärft. Kriminelle müssen keine spezialisierten Forensiker mehr sein, um an brauchbare Daten zu gelangen.

BSI warnt vor Peace-Zeichen auf Fotos: KI macht Diebstahl von Fingerabdrücken leichter

Frei verfügbare KI-Tools können Muster automatisieren und aus mehreren Aufnahmen ein vollständiges Bild des Fingerabdrucks zusammensetzen. Anschließend lassen sich diese Vorlagen mittels handelsüblicher 3D-Drucker physisch nachbauen, um biometrische Sperren auf gestohlenen Smartphones oder Tablets zu überwinden.

Empfehlungen des BSI zum Schutz der Daten

Ein kompromittiertes Passwort lässt sich in Sekunden ändern – ein biometrischer Fingerabdruck bleibt ein Leben lang unveränderlich. Für Aufnahmen, die im Internet oder auf Social-Media-Plattformen geteilt werden, raten IT-Sicherheitsexperten zu folgenden Maßnahmen:

  • Abstand zur Linse halten: Bei Handgesten sollten die Finger nicht frontal und nah vor das Kameraobjektiv gehalten werden.
  • Bildauflösung verringern: Für Uploads in sozialen Netzwerken reicht eine reduzierte Auflösung völlig aus, um feine Papillarlinien unkenntlich zu machen.
  • Fingerkuppen weichzeichnen: Relevante Stellen lassen sich in Bildbearbeitungsprogrammen subtil unschärfer stellen oder leicht verpixeln.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) nutzen: Bei Online-Banking, Finanztransaktionen oder sensiblen Firmenzugängen sollte die biometrische Entsperrung stets mit PINs oder TAN-Verfahren kombiniert werden.
  • Liveness-Detection prüfen: Nutzen Sie Gerätekomponenten mit verlässlicher Erkennung von echten Fingern gegenüber Fälschungen.

Wer Fotos ausschließlich für private Archive nutzt und nicht öffentlich im Netz teilt, muss sein Posing-Verhalten hingegen nicht einschränken.