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Buckelwal-Obduktion: Rätsel um verendetes Tier vor Rügen

Ein toter Wal wird per Schiff an einem Seil durch den Greifswalder Bodden geschleppt. Aktuelle News

Der tote Buckelwal wurde am Donnerstag im Greifswalder Bodden entdeckt.

Erste Ergebnisse der Obduktion

Ein Team von 15 Wissenschaftlern des Deutschen Meeresmuseums Stralsund hat am Freitag auf der Insel Dänholm mit der Obduktion eines Buckelwals begonnen. Der Kadaver war am Donnerstagmorgen nahe der Südspitze Rügens im Greifswalder Bodden gefunden worden.

Die ersten Untersuchungen ergaben, dass das Tier stark unterernährt war. Äußere Verletzungen, die etwa durch Schiffsschrauben oder Fischernetze entstanden sein könnten, wurden nicht festgestellt. Eine eindeutige Todesursache konnte bisher noch nicht identifiziert werden; weitere Laborergebnisse werden für die kommende Woche erwartet.

Ein toter Wal wird per Schiff an einem Seil durch den Greifswalder Bodden geschleppt.
Ein toter Wal wird per Schiff an einem Seil durch den Greifswalder Bodden geschleppt.

Daten zum Tier

Das Tier war zehn Meter lang und brachte rund sieben Tonnen auf die Waage. Bei hohen Temperaturen von etwa 30 Grad wurden vor Ort Organe entnommen und Gewebeproben für weiterführende Analysen gesichert. Die Bergung des Kadavers erfolgte durch den Einsatz der Wasserschutzpolizei und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee, die den Bereich absicherten, um den Schiffsverkehr nicht zu gefährden.

Suche nach der Identität

Die Experten prüfen derzeit, ob es sich bei dem Fund um den Buckelwal handelt, der in den letzten Wochen mehrfach in der Ostsee gesichtet wurde. Sichtungen gab es unter anderem vor Kiel, Wismar, Wustrow sowie vor der polnischen Küste bei Międzyzdroje. Ein Abgleich von Fotos und Merkmalen der Schwanzflosse soll nun Aufschluss über die Identität geben.

Buckelwal-Obduktion: Rätsel um verendetes Tier vor Rügen

Das Schiff
Das Schiff

Häufung der Sichtungen

Buckelwale sind in der Ostsee seltene Gäste. Umweltminister Till Backhaus sowie Meeresbiologen betonen jedoch, dass sich die Population im Atlantik nach dem Verbot des kommerziellen Walfangs erholt hat. Experten vermuten, dass aufgrund der steigenden Bestandszahlen – die Schätzungen gehen von wieder über 20.000 Tieren aus – häufiger einzelne Individuen in die Ostsee gelangen.

Dies ist bereits der zweite Fall in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern. Im Frühjahr sorgte ein gestrandeter Buckelwal vor der Insel Poel für Aufsehen, als er in einer aufwendigen Aktion in Richtung Nordsee transportiert wurde. Wenige Tage später wurde ein weiteres verendetes Tier vor der dänischen Insel Anholt gemeldet.

Eine Drohnenaufnahme zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht
Eine Drohnenaufnahme zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht

Ein Buckelwal schwimmt in der Ostsee.
Ein Buckelwal schwimmt in der Ostsee.

Zwei ausgedruckte Mails an Umweltminister Till Backhaus adressiert.
Zwei ausgedruckte Mails an Umweltminister Till Backhaus adressiert.