Bundesnetzagentur zeigt Funklöcher: Daten aus über 300.000 Nutzer-Messungen
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Die interaktive Funkloch-Karte visualisiert den Mobilfunkempfang in Deutschland.
Lückenhafter Mobilfunkempfang gehört in vielen Regionen Deutschlands zum Alltag. Wer vor einem Anbieterwechsel steht, erfährt über die tatsächliche Netzabdeckung vor Ort meist nur wenig Verlässliches aus den Werbeversprechen der Konzerne.
Abhilfe schafft ein Angebot der Bundesnetzagentur. In Kooperation mit dem IT-Dienstleister Zafaco stellt die Behörde eine interaktive Funkloch-Karte bereit, die Schwachstellen im deutschen Mobilfunknetz transparent macht.
Über 300.000 Nutzer liefern Millionen Messpunkte
Funkloch-Karte der Bundesnetzagentur für mobile Breitbandmessung
Die Datenbasis der Karte basiert auf Crowdsourcing statt theoretischer Berechnungen. Über 300.000 Nutzer der App „Mobilfunk-Check“ haben dafür hunderte Millionen Messpunkte im gesamten Bundesgebiet gesammelt.
Die Anwendung wird wöchentlich mit frischen Daten aktualisiert. Über Filterfunktionen können Nutzer gezielt nach Netzbetreibern wie Deutsche Telekom, Vodafone oder Telefónica sowie nach Technologien wie 5G suchen und die Ergebnisse auf Bundesland- oder Landkreisebene aufschlüsseln.

Einschränkungen bei der Genauigkeit
Übersicht über gemessene Funklöcher und Netzstandards
Trotz der enormen Datenmenge weisen die Betreiber darauf hin, dass die Messungen nicht vollständig repräsentativ sind. Die App-Nutzerschaft bildet keinen exakten Querschnitt der Bevölkerung ab, zudem sind die Messpunkte ungleichmäßig über Deutschland verteilt.
Ein zentrales Problem liegt bei den Endgeräten und Mobilfunkverträgen: Besitzt ein Nutzer ein älteres Smartphone oder einen reinen LTE-Tarif, registriert die App vor Ort kein 5G – selbst wenn die Technologie dort vom Netzbetreiber bereits bereitgestellt wird.
Einflussfaktoren auf das Messergebnis
Neben Hardware und Tarifkonditionen beeinflussen weitere Faktoren die angezeigten Messwerte:
- Die momentane Auslastung und Nutzeranzahl in der jeweiligen Mobilfunkzelle
- Witterungsbedingungen und topografische Hindernisse zwischen Smartphone und Sendemast
- Die Entfernung zum nächsten Mast sowie die Ausrichtung des Geräts
- Bewegungsgeschwindigkeit und Richtung des Nutzers während der Messung
- Automatischer Wechsel des Netzstandards (etwa von 4G auf 2G) bei aktiven Telefongesprächen


