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Cappuccino zu Muschel-Pasta: Gardasee-Wirte berichten über kuriose Urlauber-Bestellungen

Italienische Spaghetti Aglio e Olio auf einem Teller serviert Aktuelle News

Italienische Pasta-Klassiker treffen am Gardasee immer wieder auf unkonventionelle Sonderwünsche.

Ein Restaurantbesuch am Gardasee gehört für Reisende zum Pflichtprogramm. Zwischen Pasta, Pizza und Espresso prallen jedoch regelmäßig Welten aufeinander, wenn Gäste versuchen, die traditionelle italienische Menüfolge nach ihren eigenen Vorstellungen umzugestalten.

Itanlienische Spaghettii Algio e Olio (Symbolbild)
Italienische Spaghetti Aglio e Olio auf einem Teller

Lokale Gastronomen am Ostufer des Sees berichten von Kombinationen, die in italienischen Küchen für Fassungslosigkeit sorgen. Manche Sonderwünsche sind mittlerweile so verbreitet, dass Gastwirte sie bereits als eigene Kategorie führen.

Cappuccino zu Meeresfrüchten: Der ewige Streit um Kaffeeregeln

Matteo Thurner vom Restaurant „Da Carlo“ in Torri del Benaco erlebt regelmäßig Gäste, die nackte Nudeln als Beilage zum Fleisch verlangen oder eine Tagliata direkt auf dem Pastateller serviert haben möchten. Vor allem Urlauber aus den USA und Großbritannien fordern zudem fast ausnahmslos zusätzliche Saucen ein.

Der auffälligste Dauerbrenner bleibt jedoch die Getränkewahl zur Meeresfrüchte-Pasta. Gäste bestellen ungerührt heißen Cappuccino zu Spaghetti allo Scoglio.

Angelo Capalbo von der „Osteria della Barchessa“, ebenfalls in Torri del Benaco, bestätigt das Phänomen trocken: „Muscheln mit Cappuccino sind ein Klassiker.“

Auch das italienische Grundgesetz, Fisch niemals mit Käse zu kombinieren, gerät regelmäßig unter Beschuss. Wer zur Pasta mit Muscheln und Garnelen Parmesan verlangt, erntet in traditionellen Küchen bis heute pures Entsetzen.

Pommes mit Vanilleeis und wilde Nudel-Mischungen

Im „Piccolo Hotel“ in Garda beobachtet Filippo Dorella ganz eigene Kreationen. Gäste ließen sich dort bereits Gnocchi gemischt mit Spaghetti servieren oder verlangten Fettuccine, auf denen Lachs, Trüffel, Sahne, Tomaten und Pilze gleichzeitig landeten.

Ein Vorfall stach besonders hervor: Bestellt wurden Pommes frites und Vanilleeis als Nachtisch. Die Gäste warteten jedoch nicht ab, sondern kippten das Eis direkt über die heißen Pommes und garnierten das Ganze mit Ketchup.

Kaffee nach dem Essen bleibt verpönt

In der Pizzeria „Gemma“ in Garda registriert Inhaber Eugenio Vittoni zwar ein wachsendes Verständnis für die Landesküche, doch die Bestellung von Cappuccino zur Pizza reißt nicht ab. In Italien gilt Milchkaffee nach dem Frühstück als Tabu, da die warme Milch die Verdauung nach schweren Mahlzeiten blockiert. Einheimische ordern am Tresen stattdessen schlicht „un caffè“ – die italienische Bezeichnung für einen einfachen Espresso.

Selbst einheimische Gäste sorgen gelegentlich für Kopfschütteln. So bestellten italienische Kunden eine weiße Schiacciata mit rohen Tomaten zum Selbstbelegen oder verlangten Spaghetti aglio e olio komplett ohne Knoblauch.

Die Titelseite des PDFs Reiseperlen Italien, auf dem ein schöner Strand zu sehen ist. (Montage)
Titelseite eines Reisemagazins mit Strandmotiv

Wo Gastronomen die Grenze ziehen

Nicht jeder Wunsch wird anstandslos erfüllt. In der „Osteria al Vicolo“ in Garda zieht Betreiber Lek klare Grenzen: Wer Sahne in seiner Carbonara verlangt, wird abgewiesen. Jedes Rezept auf der Speisekarte sei exakt ausbalanciert und müsse in seiner Struktur respektiert werden.

Ähnliches berichtet Nicola Begalli aus dem Restaurant „Miralago“ in Torri del Benaco. Von Rindersteaks auf Pasta über Trüffel-Tagliatelle mit Scampi bis hin zu Tortellini mit Schinken, Sahne und Pesto reichen die Sonderwünsche, die das traditionelle Menüsystem aus Antipasto, Primo und Secondo regelmäßig herausfordern.