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China baut 6-Kilometer-Militärbasis im Südchinesischen Meer mit 3000-Meter-Landebahn

BrahMos-Rakete auf einem Trägersystem Aktuelle News

Das indische BrahMos-Raketensystem wird von mehreren südostasiatischen Staaten beschafft.

China hat auf dem Antelope-Riff im Paracel-Archipel eine massive künstliche Insel aufgeschüttet. Aktuelle Satellitenbilder belegen nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters den Bau einer fast sechs Kilometer langen Militäranlage.

Auf dem neu geschaffenen Areal sind bereits ein Tiefseehafen, Kaianlagen, Gebäude sowie ein Hubschrauberlandeplatz zu erkennen. Eine begradigte Küstenlinie von mehr als drei Kilometern Länge dient als Basis für eine neue Start- und Landebahn.

Laut dem Branchenportal „Maritime Executive“ ist die rund 3000 Meter lange Piste nahezu fertiggestellt. Damit können künftig fast alle militärischen Flugzeugtypen der chinesischen Streitkräfte dort landen und starten.

Strategischer Vorteil für einen Taiwan-Konflikt

Der Standort liegt deutlich näher am chinesischen Festland als die südlicher gelegenen Spratly-Inseln. Militärexperten sehen darin einen entscheidenden strategischen Vorteil zur Absicherung von Kampfjets, Kriegsschiffen und Raketensystemen.

Analyst Ben Lewis betont gegenüber Reuters, dass der nördliche Sektor des Südchinesischen Meeres bei einer Eskalation um Taiwan eine Schlüsselrolle spiele. Das Antelope-Riff biete hierfür die ideale Ausgangslage.

Absicherung für Atom-U-Boote

Der Sicherheitsexperte Collin Koh aus Singapur erklärt, dass der Stützpunkt Pekings Aufbau geschützter Seezonen beschleunigen soll. Solche Bastionen dienen vor allem der Abschirmung chinesischer U-Boote mit nuklearen ballistischen Raketen.

China baut 6-Kilometer-Militärbasis im Südchinesischen Meer mit 3000-Meter-Landebahn

Zudem dürfte Peking umfassende Radar- und Überwachungstechnik auf der Insel installieren. Dies würde verdeckte Operationen der vietnamesischen und US-amerikanischen Marine in der Region erheblich erschweren.

BrahMos-Rakete
BrahMos-Rakete

Spannungen mit Vietnam und Aufrüstung in Südostasien

Peking kontrolliert die Paracel-Inseln seit 1974, nachdem chinesische Truppen die damaligen südvietnamesischen Einheiten gewaltsam vertrieben hatten. Vietnam beansprucht das Archipel bis heute völkerrechtlich für sich und protestiert regelmäßig gegen Chinas Bautätigkeiten.

Auf den Paracel-Inseln existieren mittlerweile nur noch zwei Formationen ohne chinesische Militärpräsenz. Erst kürzlich baute Peking eine 2750 Meter lange Landebahn auf einer Nachbarinsel rund 80 Kilometer nordöstlich des Riffs aus.

Als Reaktion treiben Chinas Nachbarn ihre Rüstungsprogramme voran: Vietnam plant den Kauf moderner BrahMos-Marschflugkörper aus Indien. Auch die Philippinen und Indonesien haben entsprechende Vereinbarungen über das System bereits unterzeichnet.

Offizielle Stellen in Peking bestreiten eine Militarisierung und verweisen auf zivile Wetterstationen und Meeresforschung. Die Dimensionen der Flugpisten und Hafenbecken belegen jedoch die primär militärische Ausrichtung des Projekts.