Chinas neue KI: Jagd auf F-22 und F-35 durch Infrarot-Analyse
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Eine F-22 Raptor der US-Luftwaffe.
China treibt die Entwicklung intelligenter Waffensysteme massiv voran. Ein Forscherteam hat nun eine Künstliche Intelligenz für Luft-Luft-Raketen präsentiert, die speziell darauf ausgelegt ist, die Wärmesignaturen moderner US-Tarnkappenjets wie der F-22 und F-35 zu identifizieren.
In kontrollierten Labortests erreichte das System eine beeindruckende Erkennungsgenauigkeit von bis zu 97,1 Prozent. Entwickelt wurde die Technologie in Zusammenarbeit zwischen dem Beijing Institute of Technology und der China Airborne Missile Academy.
Datenbasis: 3245 Infrarotbilder
Um die KI effektiv zu trainieren, speisten die Forscher 3245 Infrarotbilder in das Modell ein. Diese Aufnahmen stammten von Sensoren, die direkt in Flugkörpern verbaut waren.
Das Testmaterial deckte drei Kategorien ab: simulierte F-22- und F-35-Kampfjets sowie kleine Angriffsdrohnen. Da Tarnkappenjets darauf ausgelegt sind, Radarstrahlen zu absorbieren oder abzulenken, bleibt ihre thermische Signatur die Schwachstelle im Gefecht.
Die Hitze der Triebwerke und die durch Reibung erhitzte Außenhaut lassen sich physikalisch kaum vollständig verbergen. Genau hier setzt die neue KI an, um in Millisekunden zwischen einem echten Ziel und einem Täuschkörper zu unterscheiden.
Eine F-22 Raptor der US-Luftwaffe.
Hardware-Effizienz: KI im Miniaturformat
Eine der größten Herausforderungen war die technische Integration. Die KI musste für den Einsatz in einer Rakete massiv verkleinert und energetisch optimiert werden.

Das Ergebnis: Das Modell benötigt nur noch einen Bruchteil der ursprünglichen Rechenleistung. Die Entwickler konnten den Rechenaufwand auf 19,2 Prozent senken und setzten einen dedizierten KI-Beschleuniger ein.
Dieser Spezial-Chip arbeitet extrem effizient: Er verarbeitet jedes Bild in etwa 1,5 Millisekunden bei einem Energieverbrauch von lediglich 2,2 Watt. Damit entfällt die Notwendigkeit einer externen Rechenunterstützung, was den Suchkopf der Rakete autonom und schlagkräftig macht.
Einschränkungen der Testphase
Trotz der hohen Werte betonen die Forscher, dass es sich bisher rein um Simulationen handelt. Ein Testlauf gegen echte US-Tarnkappenjets fand nicht statt; Details zu den genauen Testdaten unterliegen der Geheimhaltung.
Zudem ist der Anwendungsbereich derzeit auf Luft-Luft-Raketen im Nahbereich begrenzt. Ob die Technologie auch in Boden-Luft-Systemen Anwendung finden kann, bleibt offen. Das Entwicklungsteam plant jedoch, sowohl die Präzision als auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit weiter zu steigern.

