Zum Inhalt springen
On Air Festival

Code auf dem Dosenboden: Warum die Ziffernreihe fast nie das Mindesthaltbarkeitsdatum ist

Aufdruck eines Codes auf dem Boden einer Konservendose Aktuelle News

Der Aufdruck auf dem Dosenboden dient internen Produktionsangaben und Rückrufen.

Wer eine Konservendose umdreht, findet auf der Unterseite fast immer eine aufgestempelte Folge aus Ziffern und Buchstaben. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme handelt es sich dabei in der Regel nicht um das Mindesthaltbarkeitsdatum.

Was der Code auf der Unterseite wirklich bedeutet

Nach Angaben der Verbraucherzentralen markiert diese Zahlenkombination meist die Los- oder Chargennummer. Sie ordnet den Doseninhalt exakt einem bestimmten Produktionsdurchlauf zu.

Für Verbraucher enthält diese Ziffernkette keine direkte Information über die Güte oder Frische der Zutaten. Auch die Herkunft der verarbeiteten Rohstoffe lässt sich daraus nicht ableiten.

Wie dieser Code aufgebaut ist, bleibt weitgehend den Herstellern überlassen. Eine einheitliche Norm für die Zeichenfolge existiert nicht.

Manche Kennzeichnungen beginnen mit dem Buchstaben „L“, andere bestehen ausschließlich aus Zahlen oder mischen Ziffern mit internen Kürzeln für Abfüllanlagen und Uhrzeiten. Für Außenstehende ist der Code ohne betriebsinterne Daten nicht entschlüsselbar.

Hier ist das echte Haltbarkeitsdatum vermerkt

Das tatsächliche Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) muss klar verständlich auf der Verpackung stehen. Hersteller kennzeichnen es verpflichtend mit Formulierungen wie „mindestens haltbar bis“ oder „mindestens haltbar bis Ende“.

Code auf dem Dosenboden: Warum die Ziffernreihe fast nie das Mindesthaltbarkeitsdatum ist

Die Platzierung variiert je nach Dosenformat und Etikett. Das Datum kann auf dem Deckel, der Papierbanderole oder am Dosenrand eingeprägt sein.

MHD versus Verbrauchsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert lediglich, dass das Lebensmittel bei richtiger Lagerung bis zu diesem Tag Geschmack, Konsistenz und Geruch behält. Nach Ablauf ist die Konserve oft noch viele Monate oder Jahre genießbar.

Davon zu unterscheiden ist das Verbrauchsdatum bei leicht verderblichen Waren mit dem Hinweis „zu verbrauchen bis“. Produkte mit abgelaufenem Verbrauchsdatum bergen gesundheitliche Risiken und dürfen nicht mehr konsumiert werden.

Zentrales Werkzeug bei Rückrufaktionen

Bedeutungslos ist die scheinbar wahllose Ziffernfolge auf dem Dosenboden keineswegs. Im Fall von Qualitätsmängeln oder Verunreinigungen bildet die Chargennummer das wichtigste Instrument für die Produktsicherheit.

Hersteller rufen bei Zwischenfällen meist nicht das gesamte Sortiment zurück, sondern grenzen betroffene Bestände anhand der Chargen exakt ein. Verbraucher können über den Abgleich dieser Kennung im Vorratsregal sofort feststellen, ob ihre Dose betroffen ist.