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David Teppers Strategiewechsel: Vom China-Bull zum KI-Architekten

David Tepper, Gründer von Appaloosa Management. Aktuelle News

David Tepper gilt als einer der erfolgreichsten Hedgefondsmanager seiner Generation.

David Tepper, Gründer von Appaloosa Management, genießt in der Finanzwelt einen legendären Ruf. Seit 1993 erzielt sein Hedgefonds annualisierte Renditen von bis zu 28 Prozent brutto – ein Wert, der ihn selbst unter den besten Managern der Branche hervorhebt.

Sein Erfolg basiert auf spektakulären Einzelwetten. Nach der Finanzkrise setzte er massiv auf angeschlagene Banken, was ihm in den folgenden fünf Jahren eine jährliche Nettorendite von fast 40 Prozent einbrachte. Auch mehr als drei Jahrzehnte nach Gründung ist Teppers Gespür präsent: Allein im ersten Halbjahr 2026 legte Appaloosa laut Bloomberg-Daten um etwa 32 Prozent zu.

Vom China-Optimismus zur radikalen Abkehr

Besonders auffällig ist der aktuelle Strategiewechsel bei seinen China-Investments. Noch 2024 galt Tepper als einer der größten China-Bullen an der Wall Street. Nach Konjunkturimpulsen aus Peking verkündete er, praktisch „alles“ in China kaufen zu wollen. Ende 2024 machten chinesische Aktien und ETFs noch rund 37 Prozent seines gemeldeten Portfolios aus.

Heute ist davon wenig übrig. Im zweiten Quartal 2026 stieß Appaloosa Positionen wie PDD, JD.com und den KraneShares CSI China Internet ETF vollständig ab. Auch die Beteiligung an Alibaba wurde um rund 42 Prozent drastisch gekürzt.

Der neue Fokus: Die KI-Wertschöpfungskette

Ein kompletter Rückzug aus Fernost findet jedoch nicht statt. Statt auf breit gestreute Internet- und Konsumwerte zu setzen, schichtet Tepper um auf chinesische KI-Infrastruktur – so wurde Baidu um 87 Prozent aufgestockt.

Gleichzeitig schmiedet Tepper eine klare technologische Achse in den USA. Neue Positionen wurden bei dem KI-Cloud-Spezialisten CoreWeave und bei Broadcom eröffnet. Bestehende Schwergewichte baute er massiv aus:

David Teppers Strategiewechsel: Vom China-Bull zum KI-Architekten
  • Meta: Aufstockung um 55 Prozent.
  • Taiwan Semiconductor (TSMC): Plus 24 Prozent.
  • Amazon: Plus 16 Prozent.
  • Nvidia: Plus 4 Prozent.

Amazon bildet mit einem Wert von rund 1,19 Milliarden US-Dollar aktuell die größte gemeldete Position. Teppers Portfolio liest sich mittlerweile wie ein Wegweiser durch die gesamte KI-Wertschöpfungskette – von der Chipfertigung über Designer wie Nvidia bis hin zu Cloud-Plattformen.

Selektive Gewinnmitnahmen und neue Branchen

Dennoch agiert Tepper nicht blind. Seine Micron-Position wurde um über 41 Prozent reduziert, Beteiligungen an SanDisk und Corning wurden komplett liquidiert. Außerhalb der Tech-Welt hat Tepper zudem Boeing und American Airlines in das Portfolio aufgenommen und Uber um gut 21 Prozent aufgestockt.

Werte wie Microsoft, RTX, L3Harris und die Deutsche Bank verschwanden hingegen vollständig aus den 13F-Meldungen des Quartals.

Erfolg durch schnelle Anpassung

Teppers Strategie ist typisch für ihn: Er konzentriert sich radikal auf wenige Themen, statt breit zu diversifizieren. Sein Erfolg basiert auf der Fähigkeit, kurzfristig umzusteuern, wenn sich Chancen oder Risiken verschieben.

Dass dieser Ansatz auch Risiken birgt, bewies sein massiver Verlust während der Russland-Krise 1998. Tepper ist jedoch nicht deshalb ein Star der Branche, weil er nie scheitert. Er ist erfolgreich, weil seine massiven Gewinne in den richtigen Phasen seine Fehltritte bei weitem überkompensieren.