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Dax verliert fast 1000 Punkte: Drei Faktoren setzen die Aktienmärkte unter Druck

Dax und internationale Börsenindizes im Minus Aktuelle News

Die globalen Aktienmärkte geraten nach neuen Rekordmarken unter Verkaufsdruck.

Nach einem neuen Rekordhoch von 26.618 Punkten hat der Dax innerhalb weniger Tage fast 1000 Punkte eingebüßt. Auch an der Wall Street verbuchen der S&P 500 und die Nasdaq deutliche Verluste.

Die Nervosität an den internationalen Handelsplätzen wächst. Gleich drei miteinander verknüpfte Risikofaktoren setzen die Kurse derzeit gleichzeitig unter Druck.

Schwacher September
Schwacher September an den Börsen.

Der Dreifach-Schock für die Aktienmärkte

1. Ölpreis nähert sich der 100-Dollar-Marke

Die zunehmenden militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben die Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung im Nahen Osten zerschlagen. Gegenseitige Angriffe auf Stützpunkte und Ziele in der Region treiben die Rohstoffpreise an.

Die Nordseesorte Brent verteuerte sich innerhalb von vier Wochen um fast 20 Prozent und steht kurz vor der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Steigende Energiekosten schmälern die Margen energieintensiver Unternehmen und dämpfen die globale Konjunktur.

2. Anhaltender Inflationsdruck und Zinsängste

Die teurere Energie treibt die Verbraucherpreise weiter an. Im August lag die Inflationsrate in Deutschland bei 2,9 Prozent und in der Eurozone bei 3,3 Prozent.

In den USA notiert die Teuerungsrate ebenfalls über der Drei-Prozent-Marke – die Federal Reserve verfehlt ihr offizielles Stabilitätsziel damit bereits seit 65 Monaten in Folge. Nach der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im Juni rechnen Marktteilnehmer für September mit einem weiteren Zinsschritt in Frankfurt.

Für die kurz darauf folgende Sitzung der US-Notenbank Fed preisen die Terminmärkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung aktuell mit 60 Prozent ein. Höhere Leitzinsen belasten Bewertungsmodelle an den Aktienmärkten, da künftige Gewinne mathematisch stärker abdiskontiert werden müssen.

Dax verliert fast 1000 Punkte: Drei Faktoren setzen die Aktienmärkte unter Druck

3. Kletternde Renditen bei Staatsanleihen

Parallel zu den Zinsfurcht-Szenarien steigen die Renditen langlaufender Staatsanleihen weltweit. Staaten und Unternehmen müssen Investoren deutlich höhere Zinskupons bieten, um Abnehmer für ihre Schuldtitel zu finden.

Wenn sichere Staatsanleihen wieder nennenswerte Erträge abwerfen, fordern Anleger für das Halten schwankungsanfälliger Aktien eine entsprechend höhere Risikoprämie. Dieser Mechanismus führt an den Börsen meist unmittelbar zu fallenden Kursen.

Steigende Anleihenrenditen
Steigende Anleihenrenditen belasten die Aktienmärkte.

Auswirkungen auf Verbraucher und Privatanleger

Der Zinsanstieg schlägt direkt auf die Realwirtschaft durch. Ratenkredite für Immobilien, Fahrzeuge und Konsumgüter verteuern sich, was die Nachfrage privater Haushalte bremst und die Unternehmensumsätze verringert.

Die hohe Bewertung vieler Aktienindizes macht die Märkte anfällig für weitere Korrekturen. Dem gegenüber stehen jedoch robuste Quartalsbilanzen und intakte Gewinnperspektiven bei zahlreichen Konzernen.

Für langfristig orientierte Anleger mit breit gestreuten Portfolios und regelmäßigen Sparplänen stellen derartige Rücksetzer historische Normalitäten im Börsenzyklus dar.