Delta-Flug mit 147 Passagieren umgeleitet: Kapitän meldet medizinischen Notfall über Funk
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Nach der Landung in Detroit übernahm eine neue Crew den Weiterflug nach Boston.
Ein Flug der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines von Los Angeles nach Boston endete am 25. August vorzeitig mit einer Notlandung. Der Grund für den unplanmäßigen Zwischenstopp: Der Kapitän selbst war während des Fluges plötzlich erkrankt.
An Bord der Boeing 757 mit der Flugnummer DL437 befanden sich insgesamt 147 Menschen, wie der US-Sender CBS berichtete.
Funkspruch aus dem Cockpit erzwingt Landung in Detroit
Die Maschine war um 10:45 Uhr in Los Angeles gestartet und befand sich bereits im Luftraum über dem US-Bundesstaat Michigan, als die Crew den Kurs änderte. Über den Funkverkehr meldete sich der Flugkapitän persönlich bei den Fluglotsen: „Hier spricht der Kapitän. Ich bin derjenige, dem es nicht gut geht.“
Der Pilot forderte an, unmittelbar nach dem Aufsetzen am Detroit Metropolitan Wayne County Airport von Rettungskräften in Empfang genommen und direkt in eine Klinik transportiert zu werden.
Nach der Landung in Detroit übernahm eine neue Crew den Weiterflug nach Boston.
Die Landung in Detroit erfolgte ohne weitere Zwischenfälle. Delta bestätigte den Vorfall aufgrund eines erkrankten Besatzungsmitglieds, machte jedoch keine näheren Angaben zur genauen Art der Erkrankung des Kapitäns.
Am Boden stieg eine Ersatzbesatzung ein und übernahm das Flugzeug. Mit rund 90 Minuten Verspätung erreichte die Boeing schließlich ihr eigentliches Ziel am Boston Logan International Airport.

Medizinische Notfälle an Bord von Verkehrsflugzeugen
Zwischenfälle dieser Art sind im weltweiten Flugverkehr keine Ausnahme. Laut Daten der Ärztekammer Nordrhein tritt rein statistisch bei etwa einem von 10.000 bis 40.000 Passagieren ein medizinischer Notfall während eines Fluges auf.
Etwa zwei Drittel aller Vorfälle betreffen Herz-Kreislauf-Probleme oder akute Magen-Darm-Beschwerden. Rund 65 Prozent dieser Notfälle hängen direkt mit bereits vorhandenen Vorerkrankungen zusammen.
Kabinendruck und Ausrüstung in Reiseflughöhe
Die veränderten Umweltbedingungen an Bord stellen für den menschlichen Organismus eine spürbare Belastung dar. Der herabgesetzte Kabinendruck entspricht in normaler Reiseflughöhe einer Höhe von etwa 2.000 bis 2.500 Metern über dem Meeresspiegel, wodurch die Sauerstoffsättigung im Blut leicht abfällt. Gleichzeitig sinkt die relative Luftfeuchtigkeit auf Werte zwischen 10 und 20 Prozent.
Verkehrsflugzeuge verfügen daher über fest definierte Notfallausrüstungen. Auf Flugrouten in die USA sind neben Standard-Verbandskästen auch Defibrillatoren, Beatmungsbeutel und Material für Infusionen gesetzlich vorgeschrieben.

