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Destatis-Zahlen zeigen Männerüberschuss: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen fehlen Hunderttausende Frauen

Statistische Auswertung zur Geschlechterverteilung in Deutschland nach Altersgruppen Aktuelle News

Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen ein messbares Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern in jüngeren Altersgruppen.

In Deutschland übersteigt die Zahl junger Männer die Zahl der Frauen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren um mehrere Hunderttausend. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in seinen fortgeschriebenen Bevölkerungsdaten belegt, liegt das Geschlechterverhältnis in dieser Alterskohorte bundesweit bei etwa 105 bis 107 Männern pro 100 Frauen.

Auf Ebene einzelner Landkreise und kreisfreier Städte verschärft sich dieses Missverhältnis teils drastisch. In einigen strukturschwachen Regionen kommen auf 100 Frauen im heirats- und berufsrelevanten Alter mehr als 120 Männer.

Biologische Ursachen und Geburtenquoten

Die Basis für diesen Männerüberschuss entsteht bereits bei der Geburt. Das natürliche biologische Geschlechterverhältnis liegt konstant bei durchschnittlich 105 männlichen Neugeborenen auf 100 weibliche Neugeborene.

„Dieser biologische Überschuss gleicht sich in der Gesamtbevölkerung erst in höheren Altersgruppen durch die statistisch höhere Lebenserwartung von Frauen wieder aus“, betonen Demografie-Experten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in gemeinsamen Analysen mit Destatis.

Regionale Wanderungsmuster verstärken das Gefälle

Neben dem Geburtenverhältnis beeinflusst die innerdeutsche Binnenwanderung die Geschlechterverteilung in den jeweiligen Altersgruppen massiv. Junge Frauen verlassen ländliche Räume nach dem Schulabschluss signifikant häufiger und früher als gleichaltrige Männer.

Sie ziehen für Studium und Ausbildung überproportional in urbane Zentren und Universitätsstädte. Dadurch entsteht in vielen Landkreisen in Ostdeutschland sowie in abgelegenen westdeutschen Gebieten ein permanentes Defizit an Frauen zwischen 20 und 35 Jahren.

Faktoren der regionalen Abwanderung im Überblick

  • Bildungsmobilität: Junge Frauen weisen im Schnitt höhere Bildungsabschlüsse auf und wechseln häufiger an Hochschulstandorte.
  • Arbeitsmarktstrukturen: Industriell oder landwirtschaftlich geprägte Regionen bieten primär Ausbildungsplätze in männerdominierten Berufsfeldern.
  • Rückkehrquoten: Männer verbleiben nach der Ausbildung häufiger im Heimatort, während Frauen seltener in ländliche Regionen zurückkehren.

Auswirkungen auf Familienbildung und lokale Infrastruktur

Das unausgewogene Verhältnis in der Altersgruppe der Familiengründer hat direkte Folgen für die Geburtenzahlen ländlicher Kreise. Bleiben Partnerschaften mangels Frauen vor Ort aus, sinkt das lokale Geburtenniveau dauerhaft.

Kommunen verzeichnen in der Folge einen Rückgang bei Kindergartenanmeldungen und Einschulungen, was zur Schließung sozialer Infrastrukturen führt. Gleichzeitig sinkt das Potenzial für lokale Vereinsstrukturen und zivilgesellschaftliches Engagement in den betroffenen Gemeinden.