Diesel bei 2,40 Euro: SPD fordert Spritpreisdeckel – Ökonomen warnen vor Staatshilfen
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Die Kraftstoffpreise in Deutschland nähern sich neuen Höchstständen.
Die Kraftstoffpreise in Deutschland haben am Wochenende stark angezogen. Bundesweit kostete der Liter Super E10 laut Daten des Portals „Tankerkönig“ im Schnitt 2,27 Euro, während Diesel knapp 2,40 Euro erreichte.
Damit erreicht Super E10 erneut das Rekordniveau aus dem März 2022, während Diesel dicht an seinen bisherigen Höchststand heranrückt. Regional fielen die Preise zu Spitzenzeiten noch deutlich höher aus.
Eskalation im Nahen Osten treibt den Ölpreis
Auslöser für den jüngsten Preissprung waren Berichte über eine Stilllegung der saudi-arabischen Ost-West-Pipeline nach Angriffen in den Regionen Riad und Medina. Zudem belasten die iranische Blockade der Straße von Hormus und Bedrohungen der Meerenge Bab al-Mandab durch Huthi-Milizen den Seeverkehr.
Brent-Rohöl verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von fast 80 Prozent. Zusätzlich treiben gestiegene Frachtraten für Öltanker, teureres europäisches Erdgas und anhaltendes Rhein-Niedrigwasser die Logistikkosten für Raffinerieprodukte weiter in die Höhe.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke
Ruf nach staatlicher Begrenzung
Angesichts der rasanten Teuerung fordert Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ein direktes Eingreifen der Politik. Mineralölkonzerne dürften keine Extraprofite auf Kosten von Pendlern einstreichen.

Woidke verweist auf Nachbarländer wie Luxemburg, Polen, Belgien und Tschechien, in denen Höchstpreise flexibel an die Marktlage angepasst werden. Auch Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) schlug vor, den Preissprung um die Mittagszeit gesetzlich auf maximal fünf Prozent zu begrenzen.
Widerstand aus Bundespolitik und Wirtschaft
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt eine Preisdeckelung bisher ab. Eine Neuauflage des früheren Tankrabatts von 16,7 Cent pro Liter, der den Bund rund 1,6 Milliarden Euro kostete, schließt die Bundesregierung angesichts der Haushaltslage aus.
Wirtschaftsweise Monika Schnitzer
Die Vorsitzende des Sachverständigenrats, Monika Schnitzer, warnt vor weiteren Staatshilfen als Reaktion auf den Nahost-Konflikt. Die nachhaltigste Antwort auf die Teuerungswelle sei eine beschleunigte Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Auch FDP-Politiker Wolfgang Kubicki sprach sich gegen neue Eingriffe aus. Statt weiterer Regulierungen forderte er Steuersenkungen und den zügigen Ausbau der heimischen Energieförderung.


