Dolly Parton mit 80 und Gloria Steinem mit 92 gestorben: Zwei Lebensentwürfe ohne eigene Kinder
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Dolly Parton engagierte sich zeit ihres Lebens intensiv für Bildung und Kinderförderung.
Zwei der prägendsten US-amerikanischen Ikonen des 20. und 21. Jahrhunderts sind verstorben: Die Musikerin Dolly Parton starb im Alter von 80 Jahren, kurz darauf folgte die feministische Publizistin und Aktivistin Gloria Steinem im Alter von 92 Jahren.
Beide Frauen blieben ihr Leben lang ohne eigene Kinder und wurden zu Vorbildern für die Childfree-Bewegung. Obwohl beide von Kindheitserfahrungen mit pflegebedürftigen Müttern geprägt waren, verliefen ihre Wege zur Kinderlosigkeit sowie ihr gesellschaftliches Engagement grundlegend unterschiedlich.
Dolly Parton verstand sich zeit ihres Lebens als Fürsprecherin aller Kinder.
Dolly Parton: Schöpferische Freiheit und Milliardenförderung
Parton wuchs als eines von zwölf Kindern auf und übernahm früh Verantwortung. Nachdem sie das Elternhaus verlassen hatte, lebten zeitweise fünf ihrer jüngeren Geschwister bei ihr.
Ihre Kinderlosigkeit beruhte auf medizinischen Gründen, wie sie 1984 in einem Gespräch mit Andy Warhol erklärte. Warhol fragte sie direkt nach dem Grund, worauf Parton antwortete: „Ich konnte keine bekommen. Aber ich vermisse es nicht. Eine Zeit lang tat ich es, aber mir wurde klar, dass ich jedermanns Mutter bin.“
Die Entscheidung, den Fokus auf die Arbeit zu legen, verschaffte ihr maximale berufliche Unabhängigkeit. Parton nutzte ihren Status, um massive Bildungsinitiativen zu starten: Sie zahlte Jugendlichen Prämien für den Schulabschluss, finanzierte globale Leseprogramme und vergab über ihre Dollywood Foundation Stipendien an High-School-Absolventen.

Über ihre Alphabetisierungs- und Hilfsprogramme unterstützte Dolly Parton zehntausende Kinder und Familien.
Gloria Steinem: Feminismus und persönliche Autonomie
Gloria Steinem wählte die Kinderlosigkeit als bewusste politische und persönliche Entscheidung. Sie thematisierte über Jahrzehnte hinweg die ungleiche Belastung von Müttern in einer patriarchalen Gesellschaft.
Auf die Frage nach möglichem Bedauern antwortete Steinem stets unmissverständlich: „Nicht für eine Millisekunde.“ In einem Gespräch formulierte sie treffend: „Nicht jeder mit Stimmbändern muss ein Opernsänger werden.“
Gloria Steinem zusammen mit Mitstreiterinnen bei einer Demonstration für Frauenrechte im Jahr 1995 in New York.
Ein eigener Raum jenseits traditioneller Familienbilder
Steinem heiratete erst im Alter von 66 Jahren, da sie die Institution Ehe zuvor als Instrument der Unterdrückung abgelehnt hatte. Durch diese Heirat wurde sie zeitweise die Stiefmutter des Schauspielers Christian Bale.
Ihr privater Rückzugsort war über Jahrzehnte eine Wohnung in der New Yorker East 73rd Street. Statt eines Kinderzimmers richtete Steinem ein Gästezimmer ein, das durchgehend für Freunde, Reisende und politische Weggefährten offenstand.



