Donbass-Offensive stockt: Warum Moskau für 5.000 Quadratkilometer bis in die 2030er Jahre brauchen könnte
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Zerstörte Gebäude in der ostukrainischen Stadt Pokrowsk.
Russlands Streitkräfte schieben die Frontlinie im Donbass nur unter enormen Verlusten meterweise nach vorne. Während das Gebiet Luhansk fast vollständig unter Moskauer Kontrolle steht, hält die Ukraine in Donezk weiterhin rund 80 Prozent des Territoriums – eine Fläche von etwa 5.000 Quadratkilometern.
Im Zentrum der ukrainischen Verteidigung stehen die Festungsstädte Kramatorsk und Slowjansk. Sie bilden das Rückgrat der verbliebenen Befestigungslinie in der Region.
Zermürbung statt schneller Durchbrüche
Der Vormarsch verläuft nach Einschätzung des österreichischen Obersts Markus Reisner zwar kontinuierlich, bleibt jedoch weit hinter den ursprünglichen Zielen des Kremls zurück. Die Sommeroffensive brachte nicht die erhofften Geländegewinne.
Die russische Taktik setzt vor allem auf schrittweise Zermürbung: Kleinste Infanteriegruppen tasten sich einzeln an Positionen heran, bis genügend Kräfte für einen weiteren Vorstoß gesammelt sind. Der Militärexperte Franz Stefan Gady betont, dass Verteidigungslinien selten durch klassische Durchbrüche fallen, sondern durch die schiere Erschöpfung der Truppen. Bei der derzeitigen Geschwindigkeit könnte die vollständige Einnahme von Donezk bis Anfang der 2030er Jahre dauern.
Zerstörte Stadt Pokrowsk in der Ostukraine.
Logistik im Visier unbemannter Systeme
Die Ukraine stemmt sich mit einem dichten Netz aus Aufklärungs- und Bomberdrohnen, Minensystemen und Bodenrobotern gegen die Angreifer. Diese Waffensysteme können russische Einheiten bis zu 50 Kilometer hinter der unmittelbaren Frontlinie attackieren.

Gefahrenzone reicht Dutzende Kilometer tief
Der ukrainische Oberstleutnant „Sascha“ berichtet von einer sogenannten Todeszone, die je nach Frontabschnitt 20 bis 50 Kilometer in die Tiefe reicht. Für das Halten der Städte ist das Überleben der vorgeschobenen Infanterie ausschlaggebend.
Gleichzeitig geraten die ukrainischen Versorgungswege unter massiven russischen Druck. Markus Reisner sieht in der Aufrechterhaltung der Logistik den entscheidenden Faktor: Werden die Nachschubkorridore unterbrochen, schwindet die Durchhaltefähigkeit der Verteidiger rasch.
Moskaus Zeitplan gerät ins Wanken
Ursprünglich plante die russische Führung, die Regionen Donezk und Luhansk bis Ende 2026 komplett einzunehmen. Berichten zufolge forderte das Militär in Moskau zuletzt eine Verlängerung dieser Frist bis zum 31. März 2027.
In Kiew stößt diese Planung auf Skepsis. Der Vertreter des ukrainischen Präsidialamts, Pawlo Palissa, stuft selbst das verlängerte Zieldatum als militärisch unrealistisch ein.

