Zum Inhalt springen
On Air Festival

Drohnenkrieg im Fokus: Finnlands Armee testet Programm „Training 2026“ gegen neue Gefahren

Eine russische FPV-Drohne im Flug Aktuelle News

Eine russische FPV-Drohne als Symbol moderner Kriegsführung.

Die massive Zunahme von Drohnenangriffen auf modernen Schlachtfeldern sorgt bei finnischen Familien für wachsende Verunsicherung. Mehrere Eltern wehrpflichtiger Jugendlicher wandten sich an den Sicherheitsexperten Charly Salonius-Pasternak mit der Frage, ob ihre Kinder den zivilen Ersatzdienst wählen sollten, um einem Fronteinsatz zu entgehen.

„Dass Menschen mich das fragen, sollte ein klares Signal an die Streitkräfte und die Politik sein“, erklärte Salonius-Pasternak gegenüber dem finnischen Rundfunksender Yle.

Kritik an der bisherigen Gefechtsausbildung

Auslöser der Debatte sind Berichte über die Dominanz unbemannter Systeme im Ukraine-Krieg. In der Zeitung „Helsingin Sanomat“ äußerten drei anonyme Offiziere schwere Bedenken: Die finnischen Streitkräfte würden Rekruten unzureichend auf die neuen Gefahren vorbereiten. Ein Offizier bezweifelte gar, dass Soldaten unter den aktuellen Ausbildungsstandards einen Stellungswechsel an der Front überstehen würden.

Die militärische Führung widerspricht diesen Vorwürfen deutlich. Joakim Borgar, Kapitänleutnant und stellvertretender Ausbildungschef der Uusimaa-Brigade, wies die Bedenken zurück und betonte, es gebe keinen Grund zur Sorge.

Drohnenkrieg im Fokus: Finnlands Armee testet Programm „Training 2026“ gegen neue Gefahren

Eine russische FPV-Drohne. (Symbolbild)
Eine russische FPV-Drohne als Symbolbild.

Militärische Reform: Programm „Training 2026“

Um auf die Entwicklungen in der Ukraine zu reagieren, startete die Armee im Sommer den Testlauf für das Konzept „Training 2026“. Dieses Programm bindet unbemannte Fahrzeuge direkt in die Grundausbildung ein und schult Soldaten in aktiven und passiven Abwehrmaßnahmen.

Schutzmaßnahmen gegen Luftbedrohungen

Zu den neuen Ausbildungsstandards gehören:

  • Stärker aufgelockerte Truppenaufstellungen im Gelände
  • Verbesserte Techniken zur visuellen und thermischen Tarnung
  • Angepasste Bewegungsabläufe bei Truppenverlegungen

Eine zentrale Hürde bleibt das Tempo der militärischen Technologie. Laut Borgar gilt eine Drohnenvariante oft schon nach wenigen Wochen oder einem Monat als technisch überholt. Die primären Gefahrentypen – Aufklärungsdrohnen, sprengstoffbeladene Systeme und FPV-Drohnen – bleiben im Kern jedoch unverändert.