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Dürre im Hopfengarten: Millionenteure Bewässerung soll deutsches Bier retten

Blick auf vertrocknete Hopfenpflanzen in einem fränkischen Anbaugebiet. Aktuelle News

Die extreme Trockenheit sorgt für Wachstumsstopps bei den Hopfenpflanzen.

Wachstumsstopp auf dem Feld

Zwei Monate vor der Ernte zeigt sich das Ausmaß der Wetterextreme in den fränkischen Hopfengärten: Die Pflanzen sind viel zu klein. „So wird die Pflanze nicht mehr größer, sondern bleibt in dieser Größe“, erklärt Landwirt Tobias Merkenschlager.

Für die Betriebe bedeutet dies massive Ernteeinbußen. Gleichzeitig bedroht die anhaltende Trockenheit die Qualität des Hopfens, was langfristig die Brauereien und damit die Bierproduktion unter Druck setzt.

Spinnmilben und Ernteausfall

Das Spalter Hügelland und drei weitere deutsche Anbaugebiete liefern 40 Prozent des weltweiten Hopfens. Doch die Hitze und ausbleibende Niederschläge machen den Pflanzen schwer zu schaffen. Die Trockenheit begünstigt zudem Schädlinge wie die Spinnmilbe, die im schlimmsten Fall für einen Totalausfall der Ernte sorgen kann.

Ein 20-Millionen-Euro-Plan gegen den Klimawandel

Um die Zukunft des Anbaus zu sichern, planen Tobias Merkenschlager und sein Kollege Andreas Auernhammer ein großflächiges Bewässerungssystem. Das Projekt soll rund 400 Hektar Hopfenfläche versorgen.

Das Konzept sieht vor, über einen Uferfiltratbrunnen an der fränkischen Rezat Wasser in ein neues Speicherbecken zu leiten. Die geschätzten Kosten von 20 Millionen Euro sollen hälftig vom Freistaat Bayern und durch Eigenmittel der Landwirte finanziert werden. „Dass der Klimawandel eine extreme finanzielle Belastung für uns wird, das hat noch keiner mitgerechnet“, so Merkenschlager.

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Konkurrenz um das Wasser

Experten wie Andreas Hoffmann von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf mahnen zur Vorsicht. Angesichts historischer Tiefststände der Rezat warnt er vor einem zunehmenden Verteilungskampf um die Ressource Wasser. Ob die geplanten Mengen langfristig zur Verfügung stehen, hängt stark von den zukünftigen Winterniederschlägen ab.

Unterstützung vor Ort

Ein wesentlicher Teil des Projekts ist bereits auf dem Weg: Die Landwirte haben ein 45.000 Quadratmeter großes Grundstück erworben, das früher für den Sandabbau genutzt wurde. Nun fehlt noch ein kleinerer Teil städtischen Bodens.

Spalts Bürgermeister Thomas Peitz zeigt sich gesprächsbereit und will das Vorhaben im Stadtrat vorantreiben. Die Landwirte hoffen, die Planung innerhalb eines Jahres abzuschließen. Für sie ist das Bewässerungsprojekt überlebenswichtig, um den Beruf des Hopfenbauern attraktiv zu halten: „Wir brauchen Zukunft und dann können wir auch junge Leute für den Job gewinnen.“

Das Video stammt aus der Video-Reihe BR24 vor Ort des Bayerischen Rundfunk und wurde am 10.08.26 veröffentlicht.