Duschverbot in der Nacht: Was Ihr Vermieter wirklich nicht darf
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Klauseln in Mietverträgen sind oft strenger formuliert, als es das Gesetz erlaubt.
Viele Mieter unterschreiben Mietverträge oft unter Zeitdruck oder aus Sorge, den Zuschlag für die Wohnung zu verlieren. Dabei finden sich in den Klauseln immer wieder Regelungen, die rechtlich kaum haltbar sind – etwa Verbote für das nächtliche Duschen.
Ein aufgeschlagener Mietvertrag als Symbol für rechtliche Vereinbarungen zwischen Mieter und Vermieter.
Rechtssicherheit bei nächtlicher Körperpflege
Besonders für Schichtarbeiter ist die tägliche Hygiene nach 22 Uhr keine Wahl, sondern Notwendigkeit. Wer nach einer späten Schicht nach Hause kommt, möchte duschen, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen.
Der bekannte Rechtsanwalt Ingo Lenßen gibt hier eine klare Entwarnung. Auf seinem Instagram-Konto stellt er unmissverständlich fest: „Es spielt überhaupt keine Rolle, zu welcher Uhrzeit Sie in Ihrer Mietwohnung duschen oder baden.“
Warum solche Verbotsklauseln unwirksam sind
Die Rechtsprechung stützt diese Auffassung. Fachleute, darunter auch die Ergo Versicherung, betonen, dass das Duschen zum hygienischen Mindeststandard gehört. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der alltäglichen Lebensführung.
Das typische Rauschen des Wassers oder das Gurgeln im Abfluss werden rechtlich als übliche Mietgeräusche eingestuft. Diese sind rund um die Uhr hinzunehmen. Klauseln, die dies untersagen wollen, sind daher schlichtweg unwirksam.

Vermieter dürfen Warmwasser nicht drosseln
Ein Vermieter darf zudem nicht eigenmächtig das Warmwasser in der Nacht abstellen, um Mieter vom Duschen abzuhalten. Vermieter sind verpflichtet, über das gesamte Jahr hinweg 24 Stunden am Tag warmes Wasser bereitzustellen.
Die Mindesttemperatur muss dabei zwischen 40 und 50 Grad Celsius liegen. Wird diese Grundversorgung während der Nachtstunden unterbrochen, liegt ein Mangel vor, der zu Mietminderungsansprüchen führen kann.
Trotz der rechtlichen Freiheit sollten Mieter aus Rücksicht auf die Nachbarn darauf achten, die Lärmbelästigung in der Nachtruhe auf ein Minimum zu reduzieren. Ein respektvolles Miteinander hilft, Konflikte im Haus von vornherein zu vermeiden.

