E-Auto-Akkus nach 150.000 Kilometern: Daten aus 500.000 Tests zeigen 91 Prozent Restkapazität
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Eine weltweite Auswertung von 500.000 Batterietests zeigt den realen Zustand von E-Auto-Akkus.
Die Furcht vor rapide nachlassenden Batterien prägt noch immer den Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge. Eine umfangreiche Auswertung des österreichischen Diagnosespezialisten Aviloo widerlegt diese Skepsis nun mit konkreten Zahlen.
Die Auswertung von über 500.000 Batterietests zwischen 2022 und 2026 zeigt: Selbst bei einer Laufleistung von 150.000 Kilometern weisen die meisten E-Auto-Akkus noch eine Kapazität auf, die weit über den Garantieanforderungen der Hersteller liegt.
Weltweite Datenbasis von 20 Fahrzeugmodellen
Die analysierten Messungen stammen von 20 verbreiteten E-Auto-Modellen aus Europa, Nord- und Südamerika, Asien sowie Australien. Ermittelt wurde der sogenannte State of Health (SoH), der den prozentualen Zustand der nutzbaren Restkapazität im Vergleich zum Neuzustand beziffert.
Die Messwerte wurden über standardisierte Fahrzeugdiagnoseschnittstellen direkt an den Batterien abgelesen. Damit umgeht das Verfahren herstellereigene Bordcomputer, die Restreichweiten mitunter geschönt darstellen.
Im Mittel erreichten die Fahrzeuge nach 50.000 Kilometern einen SoH von rund 95 Prozent. Nach 150.000 Kilometern lag der Durchschnittswert aller untersuchten Modelle immer noch bei etwa 91 Prozent.
Übliche Herstellergarantien greifen meist erst, wenn die Kapazität innerhalb von acht Jahren oder 160.000 Kilometern unter 70 Prozent fällt. Der reale Verschleiß liegt somit deutlich unter diesen Schwellenwerten.
Große Unterschiede zwischen Modellen und Einzelfahrzeugen
Trotz des insgesamt positiven Trends variiert die Alterung je nach Fahrzeugtyp erheblich. Premium-Modelle und Fahrzeuge mit optimiertem Thermomanagement schneiden im Schnitt besser ab.

- Mercedes-Benz EQA: rund 94 Prozent SoH nach 150.000 Kilometern
- BMW i4: rund 93,6 Prozent SoH nach 150.000 Kilometern
- Hyundai Ioniq 5: über 92 Prozent SoH
- VW ID.4: etwa 90,6 Prozent SoH
- Tesla Model Y: rund 90,3 Prozent SoH
- Tesla Model 3: knapp 89 Prozent SoH
- Nissan Leaf (ZE1): rund 86 bis 87 Prozent SoH
Das schwächere Abschneiden des Nissan Leaf führen die Analysten auf das kleinere Batteriepaket zurück. Ein kleinerer Akku erfordert bei gleicher Fahrleistung mehr Ladezyklen, was die Zellalterung beschleunigt.
Der Kilometerstand allein garantiert jedoch keinen festen Batteriezustand. Innerhalb desselben Modells stellte Aviloo bei 150.000 Kilometern Abweichungen von bis zu 16 Prozentpunkten fest.
Faktoren für den Alltag und Gebrauchtwagenkauf
Um die Alterung der Zellen zu minimieren, empfehlen Experten, den Akku im Alltag vor allem im Bereich zwischen 10 und 80 Prozent zu bewegen. Regelmäßiges Laden auf 100 Prozent ist nur sinnvoll, wenn die maximale Reichweite direkt im Anschluss für Langstrecken genutzt wird.
Beim Erwerb eines gebrauchten Stromers empfiehlt sich ein herstellerunabhängiger Batterietest. Das Dokument liefert eine verlässliche Verhandlungsgrundlage und schützt Käufer vor unerkannten Vorschäden.
Wer plant, das Fahrzeug für bidirektionales Laden zu nutzen, sollte vorab die Garantiebedingungen prüfen. Die Beanspruchung des Akkus als Heimspeicher wird von den Herstellern vertraglich höchst unterschiedlich bewertet.
