Ein Jahr ohne Sieg und 55 Punkte Rückstand: Warum Piastri bei McLaren abreißt
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Oscar Piastri gratuliert Lando Norris nach einem Formel-1-Rennen.
Genau ein Jahr ist es her, dass Oscar Piastri beim Großen Preis der Niederlande 2025 in Zandvoort seinen letzten Grand-Prix-Sieg feierte. Während der Australier in der ersten Saisonhälfte 2025 noch als WM-Favorit galt, hat sich die Rollenverteilung bei McLaren seither drastisch verschoben.
Weltmeister Lando Norris dominiert das interne Stall-Duell in der Saison 2026 deutlich. Nach den jüngsten Rennen liegt Piastri in der Fahrerwertung bereits 55 Punkte hinter seinem britischen Teamkollegen.
Fahrstil-Krise bei niedrigem Gripniveau
McLaren-Teamchef Andrea Stella begründet den Rückstand mit spezifischen fahrtechnischen Herausforderungen. Sobald die Rennstrecke wenig Haftung bietet, gerät der Australier ins Hintertreffen – ein Muster, das sich bereits 2025 bei den Rennen in Austin und Mexiko-Stadt zeigte.
„Wir haben bei ihm schon im vergangenen Jahr gesehen, dass er aus fahrtechnischer Sicht Anpassungen vornehmen muss, wenn das Auto ein niedriges Gripniveau hat“, erklärte Stella. Bei solchen Bedingungen müsse Piastri seine gesamte Herangehensweise umstellen.
Bewusstes Fahren kostet entscheidende Zehntel
Diese Umstellung gehe auf Kosten der Rundenzeit. Wenn ein Fahrer Vorgänge im Cockpit bewusst verarbeiten müsse, anstatt rein instinktiv zu reagieren, koste das im Grenzbereich wertvolle Zehntelsekunden.
Eine psychologische Krise sieht die Teamführung darin nicht. „Es ist eine rein technische Angelegenheit, die nichts mit psychologischen Aspekten zu tun hat. Wir bewegen uns hier im fahrerischen und technischen Bereich“, stellte Stella klar.

Piastri gratuliert Norris zum Sieg
Boxenstopp-Fehler und Reifensorgen
Dass Piastri grundsätzlich den nötigen Grundspeed besitzt, zeigte sich auch am Rennwochenende in Zandvoort. Dort bremsten ihn jedoch strategische und technische Probleme ein.
Ein zu langsamer Boxenstopp führte zum Positionsverlust an Mercedes-Pilot George Russell. Im anschließenden zweiten Stint bauten die harten Reifen im McLaren des Australiers zudem nicht das erforderliche Gripniveau auf.
Enge Abstände bestrafen jedes Defizit
Die aktuelle Leistungsdichte im Formel-1-Feld verstärkt die Auswirkungen solcher Probleme massiv. Nach Einschätzung von McLaren trennt die drei Spitzenteams oft weniger als eine Zehntelsekunde.
Die Bilanz der letzten Monate spiegelt die Situation wider: Nach Rang zwei in Suzuka und Rang drei in Miami gelang Piastri kein weiterer Podestplatz mehr, während Norris im selben Zeitraum zwei Siege und einen dritten Platz einfuhr.

