Einladung nach Miami: USA wollen Putin nach sieben Jahren Pause zurück am G20-Gipfel
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Die US-Regierung hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin offiziell zum G20-Gipfel in Miami eingeladen.
Die Regierung der Vereinigten Staaten hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin offiziell zum kommenden G20-Gipfel im Dezember nach Miami eingeladen. Es wäre die erste persönliche Teilnahme Putins an dem Treffen der Industrie- und Schwellenländer seit sieben Jahren. US-Außenminister Marco Rubio bestätigte den diplomatischen Schritt am Rande der UN-Vollversammlung in New York und begründete den Vorstoß mit dem Ziel, direkte Gesprächskanäle auf höchster Ebene wiederzubeleben.
Hinter der Einladung steht das Bestreben Washingtons, Bewegung in die festgefahrenen Bemühungen um ein Ende des Krieges gegen die Ukraine zu bringen. Rubio betonte, dass greifbare Lösungen nur durch direkte Begegnungen möglich seien.
Wenn man Probleme lösen wolle, müsse man sich auch mit Leuten treffen, mit denen man nicht übereinstimme.
Ein Gipfeltreffen in Florida böte Putin die Möglichkeit, nicht nur mit US-Präsident Donald Trump, sondern auch mit weiteren anwesenden Staats- und Regierungschefs direkt in Dialog zu treten. Doch während die US-Regierung auf eine diplomatische Öffnung hofft, zeigen die Reaktionen im UN-Sicherheitsrat, wie tief die Gräben zwischen den Konfliktparteien nach wie vor sind.
Waffenruhe im Visier: Geteilte Signale zwischen Washington und Moskau
Im Zentrum der Gespräche stand der Versuch, eine begrenzte Kampfpause herbeizuführen. Rubio äußerte sich nach einer Unterredung mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow vorsichtig optimistisch und erklärte, beide Seiten hätten Interesse an einer Vereinbarung signalisiert, die gezielte Angriffe auf Energieanlagen und Getreidelieferungen stoppen könnte. Auch wenn ein solches Teilabkommen den Konflikt nicht vollständig beende, sei der diplomatische Aufwand gerechtfertigt.
Moskau wies diese Darstellung jedoch kurz darauf im UN-Sicherheitsrat zurück. Lawrow erteilte Plänen für temporäre Kampfpausen eine deutliche Absage und warf europäischen Staaten vor, eine solche Atempause lediglich zur militärischen Unterstützung der Ukraine nutzen zu wollen. Russland strebe stattdessen nach einer umfassenden Gesamtregelung, wie sie von Präsident Putin formuliert worden sei.
Kiews Bedingungen und die Debatte vor der UN-Vollversammlung
Die ukrainische Führung reagierte umgehend auf die diplomatischen Signale. Außenminister Andrij Sybiha stellte klar, dass Kiew jederzeit zu einer sofortigen und vollständigen Waffenruhe ohne Vorbedingungen bereit sei – vorausgesetzt, die russische Seite halte sich verlässlich an die Vereinbarungen. Auch sektoralen Teilwaffenruhen für die Energieinfrastruktur oder Agrarexporte stehe die Ukraine offen gegenüber.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte vor der UN-Vollversammlung vor falschen Hoffnungen und warf der russischen Führung vor, den Krieg vielmehr international auszuweiten.
Können Sie ihn sich überhaupt ohne Krieg vorstellen?
Selenskyj legte dar, dass Russland Staatsbürger aus mindestens 47 Ländern – darunter Soldaten aus Indien, Ghana und Nepal – für die Kriegshandlungen rekrutiere. Vor der Staatengemeinschaft forderte er, den wirtschaftlichen Druck aufrechtzuerhalten und Russlands Einnahmen gezielt einzuschränken.

Die Positionen im direkten Vergleich
Die diplomatischen Vorstöße verdeutlichen die gegensätzlichen Strategien der beteiligten Akteure bei den Vereinten Nationen:
| Akteur | Diplomatische Kernposition |
|---|---|
| USA | G20-Einladung an Putin; Vermittlung von Moratorien für Energie- und Getreideinfrastruktur |
| Ukraine | Bereitschaft zu sofortiger vollständiger oder teilweiser Waffenruhe bei russischer Einhaltung; Sanktionsdruck |
| Russland | Ablehnung temporärer Pausen; Beharren auf einer umfassenden Lösung zu eigenen Bedingungen |
Anhaltende Angriffe statt diplomatischer Entspannung
Trotz der von der US-Führung initiierten Vermittlungsversuche und des vorgeschlagenen Angriffsmoratoriums auf Energieanlagen bleibt ein tatsächlicher Durchbruch vorerst aus. Die Realität vor Ort ist weiterhin von schweren Kampfhandlungen geprägt. Zuletzt griff Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit Drohnen und Raketen an, wobei nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen starben und über 40 weitere Personen verletzt wurden.
💡 Die Einladung Putins nach Miami markiert eine strategische Kehrtwende in der US-Gipfeldiplomatie, trifft vor Ort jedoch auf maximale Härte.
🔍 Ob der persönliche Dialog in Florida zustande kommt und zu greifbaren Fortschritten führt, bleibt angesichts der gegensätzlichen Sicherheitsinteressen offen.
📌 Begrenzte Abkommen zum Schutz ziviler Infrastruktur gelten als einziger derzeit denkbarer Zwischenschritt auf dem Verhandlungsweg.
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die Website-Quelle: www.tagesschau.de
