Eklat in Belgrad: Roter Stern und Partizan ehren Kriegsverbrecher Ratko Mladić mit Schweigeminute
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Eklat in Belgrad: Roter Stern und Partizan ehren Kriegsverbrecher Ratko Mladić mit Schweigeminute
Unerwartete Einigkeit beim Belgrader Stadtderby
Das Derby zwischen Roter Stern und Partizan Belgrad gilt als eines der brisantesten Fußballduelle Europas. Regelmäßig enden die Aufeinandertreffen der beiden serbischen Erzrivalen in gewaltsamen Ausschreitungen.
Am Sonntagabend herrschte vor dem Anpfiff jedoch geschlossene Einigkeit auf den Rängen. Beide Fanlager legten eine offizielle Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Ratko Mladić ein.
Der bosnisch-serbische Kriegsverbrecher war am 27. August im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Den Haag gestorben. Dort saß er eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkrieges (1992–1995) ab.
Choreografie und Sprechchöre im Stadion
Die Anhänger von Roter Stern präsentierten auf den Tribünen eine großflächige Choreografie. Das Gesicht von Mladić war dabei, umrahmt von den serbischen Nationalfarben, gut sichtbar abgebildet.
Während des Gedenkens skandierten beide Fanblöcke gemeinsam den Namen des früheren Generals. Am heutigen Montag fand seine Beisetzung in Belgrad statt.
Verstörende Anspielung auf das Massaker von Srebrenica
Unterhalb des riesigen Mladić-Banners zeigten die Roter-Stern-Fans den Schriftzug „Richtung Potočari“. Der Ort liegt unweit von Srebrenica und beherbergte während des Krieges einen UN-Stützpunkt.
Im Juli 1995 stürmten serbische Einheiten unter dem Kommando von Mladić das Areal, trennten Männer von ihren Familien und ermordeten rund 8.000 bosnisch-muslimische Männer und Jungen.
