Zum Inhalt springen
On Air Festival

Eklat nach 31 Jahren: Stefan Mross rechnet beim Show-Aus direkt mit der SWR-Führung ab

Eklat nach 31 Jahren: Stefan Mross rechnet beim Show-Aus direkt mit der SWR-Führung ab Aktuelle News

Eklat nach 31 Jahren: Stefan Mross rechnet beim Show-Aus direkt mit der SWR-Führung ab

Nach 31 Jahren lief die letzte Ausgabe von „Immer wieder sonntags“ im Ersten. Das Finale im Europa-Park in Rust endete für Moderator Stefan Mross vor der Kamera unter Tränen – und hinter den Kulissen in einer offenen Konfrontation mit der Sendeleitung.

Musikalische Gäste wie Andy Borg, Vanessa Mai, Semino Rossi, Peggy March sowie das Volksmusik-Duo Marianne (73) und Michael (77) Hartl begleiteten die letzte Live-Sendung. „Eigentlich wollte ich die letzten 30 Sekunden noch etwas sagen – aber mir fällt nichts mehr ein“, verabschiedete sich der 50-jährige Mross sichtlich bewegt vom Fernsehpublikum.

Scharfe Vorwürfe beim Empfang im Europa-Park

Die Harmonie verflog kurz nach Sendeschluss. Der SWR hatte das Team zu einem internen Abschiedsempfang eingeladen, bei dem SWR-Intendant Kai Gniffke (65) und Programmdirektor Clemens Bratzler (54) das Ende des Formats begründeten und Mross für seine langjährige Arbeit dankten.

Mross reagierte am Mikrofon mit deutlicher Verärgerung auf die Reden der Verantwortlichen. Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung wandte er sich direkt an Gniffke: „Das war wie eine Bestattungsrede. Und bei jedem Negativen haben Sie geklatscht, ich weiß nicht warum.“

Noch direkter attackierte Mross den Programmdirektor Clemens Bratzler, der ihm die Absetzung im Frühjahr mitgeteilt hatte: „Für mich kam es so rüber, als wäre das mit mir eine kleine Rache-Aktion von dir.“ Die Senderverantwortlichen hätten nicht nur ihn entlassen, sondern eine komplette Traditionsmarke gestrichen, während sie sich nun vor Ort selbst feierten.

Konflikt um den künftigen Sendeplatz

Für zusätzlichen Unmut sorgte die Diskussion über das künftige Programm am Sonntagvormittag um 10.03 Uhr. Mross erklärte, man habe ihm auf Nachfrage mitgeteilt, dort künftig womöglich Wiederholungen der Show auszustrahlen. Als Bratzler dieser Darstellung widersprach, gab es Buhrufe aus den Reihen des Teams.

„Ich wollte heute eigentlich gar nicht auf diesen Empfang kommen“, erklärte Mross vor den Anwesenden. Er sei nur aus Respekt vor seinem Team erschienen, das seit fast 22 Jahren an der Produktion mitgewirkt habe. Anschließend verließ der Moderator die Veranstaltung.


Beatrix von Storch während einer Aufzeichnung der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“.

Gegenüber „Bild“ betonte Mross im Anschluss, sein Auftritt sei keine Kurzschlusshandlung gewesen: „Sie war wohlüberlegt, weil ich im Vorfeld wusste, dass der SWR sich heute in erster Linie selbst feiern wird.“

Reaktion des Senders und Hintergründe des Aus

Der SWR reagierte distanziert auf den Vorfall. Sendersprecher Jürgen Ruf betonte, dass man die Leistung des Moderators mit einer großen Finalsendung gewürdigt habe und dem Sender trotz aller Emotionalität ein respektvolles Miteinander wichtig bleibe. Zu internen Äußerungen bezog der Sender keine Stellung.

„Immer wieder sonntags“ startete am 11. Juni 1995 im Ersten, moderiert von Max Schautzer. Nach einer kurzen Phase mit Sebastian Deyle im Jahr 2004 übernahm Mross 2005 die Sendung. Die ARD begründete das Aus der Show mit Sparmaßnahmen und veränderten Sehgewohnheiten: Die Reichweite im linearen TV sei über zehn Jahre hinweg um 30 Prozent gesunken. Mross selbst verhandelt nach eigenen Angaben bereits mit anderen TV-Sendern über eine mögliche Fortführung des Showkonzepts.