Englands erste „Cycle Street“: Millionenprojekt nach zwei Monaten dicht
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Die Adams Road in Cambridge muss für umfangreiche Nachbesserungen vorerst gesperrt werden.
Es sollte ein Vorzeigeprojekt für die moderne Verkehrswende sein: Die Adams Road in Cambridge wurde als erste offizielle „Cycle Street“ Englands konzipiert. Doch nur rund zwei Monate nach der Eröffnung ist die Strecke bereits wieder gesperrt – bis mindestens zum 21. August.
Der Grund für die Stilllegung ist ein handwerklicher Fehler. Die Fahrbahnmarkierungen entsprechen nicht den Qualitätsvorgaben, die für ein solches Infrastrukturvorhaben definiert wurden. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von rund 2,4 Millionen Pfund (ca. 2,81 Millionen Euro) verschlungen.
Nachbesserungen auf Kosten des Auftragnehmers
Der Mangel fiel bei einer Routineprüfung durch die zuständige Behörde, der Greater Cambridge Partnership (GCP), auf. Die Behörde betonte gegenüber der Öffentlichkeit, dass keine weiteren Kosten für den Steuerzahler anfallen.
„Unser Auftragnehmer, die M Group, übernimmt die volle Verantwortung“, teilte die GCP mit. Das Unternehmen wird die fehlerhaften Markierungen auf eigene Kosten entfernen und erneuern.
Ein Konzept mit Priorität für Radfahrer
Die Adams Road ist Teil eines großangelegten Infrastrukturprojekts, das Cambridge besser mit den umliegenden Ortschaften vernetzen soll. Die Strecke wird täglich von rund 3.000 Radfahrern genutzt. Obwohl die Bauarbeiten laufen, bleibt der Zugang für Anwohner bestehen.

Das Konzept der „Cycle Street“ orientiert sich am niederländischen Vorbild. Dabei gilt: Fahrräder haben absolute Priorität. Autos dürfen die Straße zwar befahren, müssen sich jedoch hinter den Radfahrern einordnen. Das Überholen wird durch die bauliche Gestaltung der Straße gezielt erschwert oder unmöglich gemacht, um die Sicherheit der Radfahrenden zu erhöhen.
Vergleich: Situation in Deutschland
In Deutschland ist das Prinzip der Fahrradstraße seit Langem etabliert. Hierzulande dürfen Radfahrer nebeneinander fahren und die gesamte Breite der Fahrbahn nutzen. Autos dürfen nur dann in eine Fahrradstraße einfahren, wenn dies durch ein Zusatzschild explizit erlaubt ist.
Es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h für alle Verkehrsteilnehmer. Autofahrer sind dazu verpflichtet, den Radverkehr weder zu behindern noch zu gefährden. Während in Cambridge das Konzept der „Cycle Street“ erst jetzt als solches spezifisch eingeführt wurde, unterliegt der Radverkehr in Deutschland bereits klar definierten gesetzlichen Regeln, die den Radfahrenden eine dominierende Rolle im Straßenraum einräumen.
