Zum Inhalt springen
On Air Festival

Entsetzen nach Wahlerfolg der AfD: 93-jährige Holocaust-Überlebende Knobloch äußert schwere Sorgen

Entsetzen nach Wahlerfolg der AfD: 93-jährige Holocaust-Überlebende Knobloch äußert schwere Sorgen Aktuelle News

Entsetzen nach Wahlerfolg der AfD: 93-jährige Holocaust-Überlebende Knobloch äußert schwere Sorgen

Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat mit deutlichem Entsetzen auf das Wahlergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt reagiert. Die 93-jährige Holocaust-Überlebende sieht die demokratische Grundordnung in Gefahr.

„An Tagen wie diesem fällt es mir schwer, meine Heimat noch wiederzuerkennen“, betonte Knobloch mit Blick auf die Wahlergebnisse. Dass Rechtsextreme in Deutschland auf diese Art wieder Erfolge feiern, habe sie sich in ihren schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können.

„Das macht mir Angst“: Sorge um die Statik der Demokratie

Für Knobloch markiert der Wahlausgang eine Zäsur im politischen Gefüge der Bundesrepublik. Das Resultat sei ein direktes Warnsignal an die gesamte Gesellschaft.

„Das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt ist ein Zeichen, dass die Statik der Demokratie in unserem Land nicht mehr funktioniert – und ich sage ganz offen: Das macht mir Angst“, erklärte die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Dringender Weckruf an die Zivilgesellschaft

Gleichzeitig warnte Knobloch vor Resignation und forderte einen entschlossenen Einsatz für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Aufgeben sei keine Option.

„Wir dürfen – und ich will – dieses Land nicht verloren geben“, unterstrich die IKG-Vorsitzende. Nun seien all jene gefragt, die für Freiheit in Respekt und Toleranz brennen, anstatt völkischen Ideologien zu folgen.

Parteien der Mitte in der Pflicht

Scharfe Kritik richtete Knobloch an das bisherige Agieren der etablierten Politik. Die demokratische Mitte habe es in Sachsen-Anhalt kaum geschafft, mit ihren Themen und Werten durchzudringen.

Die Parteien dürften dem Verfall nicht länger tatenlos zusehen. Sie müssten im politischen Diskurs wieder selbst die Initiative ergreifen und Treiber des Geschehens werden, anstatt sich wie Getriebene zu verhalten.