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Erstmals seit 1930: Fischadler zieht 3 Jungvögel in Nordrhein-Westfalen groß

Fischadler fliegt mit einem erbeuteten Fisch in den Fängen über einen See Aktuelle News

Ein Fischadler im Flug mit Beute über einem Gewässer.

In Nordrhein-Westfalen sind drei junge Fischadler erfolgreich herangewachsen. Wie aus dem Vogelschutzbericht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) hervorgeht, zieht der seltene Greifvogel damit im zweiten Jahr in Folge Nachwuchs im Bundesland groß.

Fischadler (Pandion haliaetus) fliegt mit einem erbeuteten Fisch in den Fängen über einen See in Nordrhein-Westfalen
Fischadler fliegt mit Beute über ein Gewässer in Nordrhein-Westfalen.

Fast ein Jahrhundert lang galt die Art in der Region als ausgestorbener Brutvogel. Nach letzten Brutversuchen gelang der erste bestätigte Bruterfolg nach 1930 im Vogelschutzgebiet Weseraue – die aktuelle Brut festigt nun die dauerhafte Rückkehr.

Artenvielfalt: Erfolge für Seeadler, Uhu und Wiedehopf

Umweltminister Oliver Krischer bezeichnete die Entwicklung bei der Vorstellung des Berichts in Essen als spektakulären Erfolg des Naturschutzes. Neben dem Fischadler siedeln sich auch andere verschollene Vögel wie der Wiedehopf wieder an.

Fischadler im Nest auf einem Strommasten in Deutschland.
Ein Fischadler in einem Nest auf einem Mast.

Mehrere ehemals bedrohte Greifvögel und Großvögel haben sich stabilisiert. Arten wie Uhu, Wanderfalke, Weißstorch und Kolkrabe konnten von der Roten Liste gestrichen werden, während der Seeadler seit 2017 wieder regelmäßig brütet.

Gewinner und Verlierer der heimischen Vogelwelt

Trotz der Zuwächse bei einzelnen Großvögeln bleibt die Lage im Land zwiespältig. Während Spezialisten und seltene Arten durch gezielte Schutzmaßnahmen profitieren, bricht die breite Masse der früheren Allerweltsvögel ein.

  • Profiteure: Fischadler, Seeadler, Weißstorch, Seidensänger, Löffler
  • Stark gefährdet: Kiebitz, Uferschnepfe, Feldsperling, Kuckuck, Turteltaube

Hauptursache für den massiven Rückgang der Wiesen- und Feldvögel bleibt der Mangel an geeigneten Lebensräumen und Insektennahrung in der offenen Kulturlandschaft.