ESC-Reform: EBU plant Ende der „Block-Voting“-Ära
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Dara hat den ESC 2026 für Bulgarien gewonnen.
Das Ende des einseitigen Votings?
Die Europäische Rundfunkunion (EBU) plant den größten Umbau des ESC-Publikumsvotings seit Jahren. Wie die schwedische Zeitung „Aftonbladet“ zuerst berichtete, soll das Abstimmungsverfahren künftig vollständig ins Internet verlagert werden.
Die wichtigste Neuerung: Zuschauer sollen verpflichtet werden, drei Favoriten zu benennen. Das bisherige System, bei dem Fans ihre gesamten Stimmen auf einen einzigen Beitrag bündeln können, soll damit der Vergangenheit angehören.
Warum die EBU das System ändern will
Die EBU will durch die Reform gezielte „Block-Votings“ unterbinden, ohne das Vertrauen in den Wettbewerb zu gefährden. Der Brief, unterzeichnet von Jean Philip De Tender (Vize-Generaldirektor für Strategie und Medien) und der Chefin der Reference Group, Ana Maria Bordas, macht deutlich, dass technische Erwägungen eine Rolle spielen: Die Erfassung mehrerer Favoriten ist per SMS oder Telefonanruf kaum praktikabel.
Hintergrund der Debatte ist das Israel-Votum im Jahr 2025. Damals rief die israelische Regierung dazu auf, mehrfach für ihre Kandidatin Yuval Raphael zu stimmen. Obwohl sie bei der Jury nur auf Platz 15 landete, erreichte sie im Publikumsvoting mit 297 Punkten das beste Ergebnis und wurde Gesamtzweite. Das löste bei mehreren Sendern Rückfragen aus.
Geopolitischer Einfluss auf den Wettbewerb
Bereits für 2026 senkte die EBU die maximal zulässige Stimmenzahl auf zehn. Dennoch musste der israelische Sender „Kan“ verwarnt werden, nachdem in Videos zur massiven Stimmabgabe aufgerufen wurde – ein Verhalten, das laut EBU nicht dem „Geist des Wettbewerbs“ entspreche.

Die EBU räumt ein, dass das geopolitische Klima den Wettbewerb belastet. Stimmen würden zunehmend für Künstler vergeben, „aus Gründen, die sehr wenig mit deren Auftritten zu tun haben“. Diese Entwicklung sei hartnäckig und für viele Beobachter zutiefst beunruhigend.
Zusätzlich zu diesen Änderungen hat die EBU bereits eine weitere Neuerung eingeführt: Künftig darf das Gastgeberland kein Land sein, das sich in einem Konflikt befindet.
Der kommende ESC 2027 findet vom 11. bis 15. Mai im bulgarischen Burgas statt, nachdem die Sängerin Dara in diesem Jahr den Wettbewerb für sich entschied.
