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EU-Aufrüstung bis 2030: Trotz 79 Prozent mehr Ausgaben stammen 63 Prozent der Waffen aus den USA

Symbolbild zur europäischen und US-amerikanischen Rüstungs- und Handelspolitik Aktuelle News

Trotz steigender Budgets bleibt die Europäische Union bei Rüstungsgütern stark auf die USA angewiesen.

Die Europäische Union hat ihre Verteidigungsausgaben massiv hochgefahren, hinkt ihren strategischen Zielen aber weiter hinterher. Ob die 27 Mitgliedstaaten bis 2030 eine eigenständige militärische Einsatzfähigkeit erreichen, steht laut einem Bericht des Europäischen Rechnungshofs auf der Kippe.

Zwei Kernprobleme bremsen die EU aus: Die Mitgliedsstaaten stimmen ihre Rüstungsbeschaffung kaum aufeinander ab und bleiben in zentralen Bereichen extrem abhängig von Washington.

Rüstungsausgaben um 79 Prozent gestiegen

Zwischen 2020 und 2025 kletterten die Verteidigungsetats der EU-Länder um 79 Prozent. Angetrieben wurde dieser Schub vor allem durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und den Druck innerhalb der Nato, das Zwei-Prozent-Ziel zu erfüllen.

Zwar erreichte die EU im November 2024 ihr Ziel, eine Million Artilleriegeschosse an die Ukraine zu liefern – allerdings mit acht Monaten Verspätung. Bis 2030 will die Gemeinschaft eigentlich in der Lage sein, einen hochintensiven Krieg eigenständig und über längere Zeit durchzustehen.

Extreme Abhängigkeit von US-Rüstungskonzernen

Zwischen Februar 2022 und Juni 2023 flossen 78 Prozent der Rüstungsausgaben der EU-Staaten an Hersteller außerhalb der Union. Allein auf die USA entfielen 63 Prozent aller Beschaffungen.

EU-Aufrüstung bis 2030: Trotz 79 Prozent mehr Ausgaben stammen 63 Prozent der Waffen aus den USA

Der Rechnungshof begründet diese Entwicklung mit der akuten Dringlichkeit nach dem russischen Einmarsch. Da europäische Hersteller viele Systeme kurzfristig nicht liefern konnten, kauften die Regierungen direkt in Übersee.

Was nach einem Jahr vom EU-US-Zolldeal geblieben ist
Verhandlungspartner und Vertreter der transatlantischen Wirtschafts- und Sicherheitspolitik.

Nationale Egoismen blockieren Großprojekte

Die Zersplitterung der europäischen Rüstungsindustrie führt regelmäßig zu teuren Doppelstrukturen. Während an einer Stelle identische Fähigkeiten mehrfach finanziert werden, fehlen anderswo essenzielle Waffensysteme.

Ein prominentes Beispiel für das Scheitern gemeinsamer Initiativen ist das deutsch-französische Kampfflugzeugprojekt mit einem geschätzten Volumen von 100 Milliarden Euro. Das Vorhaben platzte, weil sich die Industrieunternehmen nicht auf Führungsstrukturen und Kompetenzen einigen konnten.

Da Verteidigung weiterhin reine Ländersache ist, entscheidet am Ende der politische Wille der einzelnen Regierungen über den Erfolg einer gemeinsamen EU-Verteidigung.