Explosion im Müllwagen durch Spraydosen: Warum Restgas im Gelben Sack brandgefährlich ist
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In Geislingen lösten falsch entsorgte Spraydosen eine Explosion in einem Müllfahrzeug aus.
In Geislingen im Zollernalbkreis hat die unsachgemäße Entsorgung von Spraydosen zu einer gefährlichen Explosion in einem Entsorgungsfahrzeug geführt. Die Dosen befanden sich in Gelben Säcken und entzündeten sich schlagartig, nachdem der Müllwerker die Säcke eingeladen hatte. Durch die geistesgegenwärtige Reaktion des Fahrers, der die brennende Fracht in einer Sackgasse ablud, konnte die Feuerwehr das Feuer zügig löschen – Personen kamen nicht zu Schaden.
Der Vorfall verdeutlicht eine oft unterschätzte Gefahr im alltäglichen Recyclingkreislauf: Druckbehälter, die nicht restlos entleert sind, verwandeln sich bei mechanischer Belastung im Laderaum von Müllfahrzeugen in unberechenbare Geschosse.
Brand nach Spraydosen-Explosion in einem Müllfahrzeug in Geislingen.
Gefahr durch Restgas: Wie Müllpressen zur Brandfalle werden
Moderne Müllfahrzeuge verdichten den gesammelten Abfall bereits während der Tour, um Transportkapazitäten optimal zu nutzen. Befinden sich in den Gelben Säcken oder Wertstofftonnen noch Spraydosen mit flüssigem Inhalt oder gasförmigen Treibmitteln, hält die dünne Metallwand dem hydraulischen Druck häufig nicht stand.
Tritt das hochentzündliche Treibgasgemisch aus Propan und Butan schlagartig aus, genügt die kleinste statische Entladung oder Reibungshitze im Presswerk, um eine Verpuffung auszulösen.
Nicht vollständig entleerte Sprühdosen stehen unter hohem Druck. Werden sie im Müllfahrzeug mechanisch verdichtet, kann austretendes Restgas durch minimale Funkenbildung schlagartig explodieren und Großbrände verursachen.
Gelber Sack und Wertstofftonne: Die Entsorgungsregeln
Ein weit verbreiteter Irrglaube lautet, dass jede Spraydose automatisch in den Gelben Sack gehört, da sie aus Aluminium oder Weißblech besteht. Die dualen Systeme schreiben jedoch klare Kriterien für die Erfassung von Metall- und Verbundverpackungen vor.
In die Wertstoffsammlung gehören ausschließlich restentleerte Verpackungen. Sobald beim Betätigen des Sprühkopfs noch ein Zischen zu hören ist oder sich spürbar Flüssigkeit in der Dose befindet, handelt es sich um Sonderabfall.
Schritt für Schritt: So werden Spraydosen sicher entsorgt
- Sprühkopf betätigen: Die Dose an einem gut belüfteten Ort so lange betätigen, bis absolut kein Gas mehr entweicht und kein Druck spürbar ist.
- Zustand prüfen: Ist die Dose vollständig leer und drucklos, gehört sie in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne, um dem Wertstoffrecycling zugeführt zu werden.
- Reste erkennen: Befinden sich noch Lacke, Deodorants, Rasierschaum oder sonstige Chemikalien in der Dose, muss sie beim örtlichen Wertstoffhof oder Schadstoffmobil abgegeben werden.
| Zustand der Spraydose | Vorgeschriebener Entsorgungsweg |
|---|---|
| Vollständig entleert (drucklos) | Gelber Sack / Gelbe Tonne (Wertstoffrecycling) |
| Mit Restinhalten oder Treibgas | Schadstoffsammlung / Wertstoffhof (Sondermüll) |
| Gefahrstoffkennzeichnung (teilgefüllt) | Örtliche Problemstoffsammelstelle |
Rechtliche Bewertung nach dem Zwischenfall
Im aktuellen Fall in Geislingen konnte der mutmaßliche Verursacher der fehlerhaft befüllten Gelben Säcke ermittelt werden. Nach Angaben der Polizei muss dieser jedoch nicht mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, da kein vorsätzliches Handeln vorlag.

Dennoch mahnen Entsorgungsbetriebe und Feuerwehren zu höchster Sorgfalt, da Fehlwürfe dieser Art regelmäßig Leib und Leben der Müllwerker gefährden und schwere Schäden an der kommunalen Infrastruktur anrichten können.
💡 Spraydosen richtig entsorgen schützt die Beschäftigten der Müllabfuhr und verhindert gefährliche Zwischenfälle auf den Straßen.
🔍 Prüfen Sie daher vor dem Wurf in die Wertstoffsammlung stets sorgfältig, ob die Dose wirklich keinen Druck mehr aufweist.
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Bron: www.n-tv.de

