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F-16-Lieferung erst 2030: Bulgarien muss alte MiG-29 weiterfliegen

Der bulgarische Verteidigungsminister Dimitar Stoyanov Aktuelle News

Der bulgarische Verteidigungsminister Dimitar Stoyanov äußert sich zur Lage der Luftwaffe.

Bulgarien muss seine sowjetischen MiG-29-Kampfjets deutlich länger im Einsatz halten als ursprünglich vorgesehen. Die Maschinen bleiben das Rückgrat der nationalen Luftraumüberwachung und sichern die Nato-Verpflichtungen des Landes ab, bis die bestellte F-16-Flotte vollständig einsatzfähig ist.

Verteidigungsminister Dimitar Stoyanov begründet den Schritt mit der stockenden Modernisierung der bulgarischen Streitkräfte. Zwar hat das Land bereits acht F-16-Jets erhalten, diese Anzahl reicht für einen regulären Dauereinsatz jedoch nicht aus.

Für eine lückenlose Alarmbereitschaft werden mehr Flugzeuge benötigt, da Maschinen regelmäßig gewartet werden müssen und gleichzeitig die Ausbildung der Pilotinnen und Piloten läuft.

Zweite F-16-Tranche verzögert sich bis 2030

Die zweite Lieferung von weiteren acht F-16-Jets wird voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2030 eintreffen. Stoyanov bezeichnete diese zeitliche Lücke als ein schwerwiegendes Problem für die Sicherheit des Luftraums.

Um die Zwischenzeit zu überbrücken, hatte Sofia vergeblich nach westlichen Übergangslösungen gesucht. Entsprechende Anfragen für gebrauchte F-16 gingen an die USA sowie für Gripen-Jets an Schweden. Auch in Polen fragte Bulgarien an, dort allerdings mit dem Ziel, MiG-29 als Ersatzteilspender zu übernehmen.

Die bereits gelieferten F-16 können die regulären Patrouillenflüge laut Stoyanov noch nicht übernehmen. Die Annahme, dass diese Flugzeuge jetzt schon für den Einsatzdienst bereitstünden, wies der Minister entschieden zurück.

F-16-Lieferung erst 2030: Bulgarien muss alte MiG-29 weiterfliegen

Der bulgarische Verteidigungsminister Dimitar Stoyanov.
Der bulgarische Verteidigungsminister Dimitar Stoyanov.

Ersatzteilmangel erzwingt Kannibalisierung der Flotte

Der größte Engpass bei den MiG-29 liegt bei den Ersatzteilen. Da kaum noch reguläre Komponenten verfügbar sind, nutzt die bulgarische Luftwaffe intakte Bauteile aus einzelnen stillgelegten Jets, um andere Maschinen flugfähig zu halten.

Eine Wartung ohne Ersatzteile sei unmöglich, weshalb die Truppe fast vollständig auf diese Form der Kannibalisierung angewiesen sei, erklärte Stoyanov. Die Erfüllung der Kernaufgaben sei bislang aber noch gewährleistet.

Reparatur von Triebwerken im Ausland geplant

Das bulgarische Verteidigungsministerium arbeitet parallel an weiteren Beschaffungswegen. Aktuell läuft ein Verfahren zur Überholung von bis zu zehn Flugzeugtriebwerken.

Zudem steht Sofia im Austausch mit Staaten, die den Flugzeugtyp früher selbst betrieben haben. Sollten keine Wartungsmöglichkeiten oder Ersatzteile mehr beschafft werden können, droht Bulgarien der vollständige Verlust seiner eigenen Luftverteidigungskapazitäten vor 2030.