Fast 9 Jahre Haft: Millionen-Betrüger Hendrik Holt narrt Justiz nach Freigang
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Nach Hendrik Holt wird mit internationalem Haftbefehl gefahndet.
Der Millionen-Betrüger Hendrik Holt ist wieder auf freiem Fuß – allerdings gegen den Willen der Justiz. Ende August kehrte der verurteilte Windkraft-Schwindler von einem genehmigten Freigang nicht mehr in die Berliner Justizvollzugsanstalt zurück.
Seitdem fahnden die Behörden weltweit und mit einem europäischen Haftbefehl nach dem Verurteilten. Holt befand sich seit Oktober 2024 im offenen Vollzug.
Ermittler rechnen mit schnellem Fahndungserfolg
Für den Osnabrücker Oberstaatsanwalt Nils Leimbrock ist die Situation nicht neu: Er hatte Holt bereits im Jahr 2020 das erste Mal aufgespürt. In dem gesamten Fall mit seinen „zahllosen Absurditäten“ könne ihn nichts mehr überraschen, sagte Leimbrock der Neuen Osnabrücker Zeitung.
Der Oberstaatsanwalt zeigt sich zuversichtlich, den Flüchtigen erneut festzusetzen. Holt könne sich aufgrund seines Geltungsbedürfnisses sowie seines Finanzbedarfs kaum langfristig der Strafverfolgung entziehen, betonte der Ermittler.
Zudem sei eine Flucht ein extrem anstrengender und belastender Zustand. Bei seinem Abtauchen ließ Holt seine Ehefrau und das gemeinsame Kind zurück. Die Staatsanwaltschaft verfügt nach eigenen Angaben bereits über neue Erkenntnisse zum Aufenthaltsort.

Millionen-Geschäfte mit erfundenen Windparks
Das Landgericht Osnabrück verurteilte den aus Haselünne im Emsland stammenden Holt im Jahr 2022 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren. Die Vorwürfe lauteten unter anderem auf bandenmäßigen Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung.
Falsche Diplomatenpässe und Phantom-Projekte
Holt verkaufte angeblich existierende Windparks an internationale Energiekonzerne, die in der Realität nie existierten. Um sich vor den deutschen Strafverfolgungsbehörden abzusichern, bestach er zudem ausländische Diplomaten für einen Diplomatenpass.
Bis zu seiner Flucht hatte Holt knapp die Hälfte seiner Haftstrafe verbüßt. Die Machenschaften des Betrügers wurden unter anderem in der ARD-Dokumentation „Holt – Der Windkraft-Schwindler“ bundesweit bekannt.
