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Fast jeder Dritte betroffen: Ab 150 mg/dl werden Triglyzeride zur unterschätzten Gefahr fürs Herz

Blutabnahme beim Arzt zur Bestimmung der Blutfettwerte Aktuelle News

Ein Laborbefund zeigt neben Cholesterin auch den Triglyzeridspiegel an.

In ärztlichen Beratungen steht meist das sogenannte „böse“ LDL-Cholesterin im Zentrum, wenn es um Gefäßverkalkung geht. Eine andere Gruppe von Blutfetten gerät dabei oft in den Hintergrund: die Triglyzeride.

Dabei weisen in Deutschland rund 25 bis knapp 30 Prozent der Menschen zu hohe Werte auf. Ein dauerhafter Überschuss steigert nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern kann auch Entzündungen der Bauchspeicheldrüse auslösen.

Grenzwerte im Blick: Ab wann Blutfettwerte gefährlich werden

Bei gesunden Erwachsenen gelten Werte zwischen 75 und 150 mg/dl als Normbereich. Alles darüber hinaus erfordert Aufmerksamkeit.

„Ein Triglyzerid-Wert zwischen 150 und 500 mg/dl wird als moderat eingestuft – Werte, die darüber gehen, gelten als stark erhöht“, erklärte Klaus Parhofer, Professor für Endokrinologie und Stoffwechsel am LMU Klinikum München, auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie.

Häufig liegt den erhöhten Werten ein Zusammenspiel aus erblicher Veranlagung und veränderbaren Risikofaktoren zugrunde. Vor allem Übergewicht, Diabetes, Alkoholkonsum sowie das Alter beeinflussen die Konzentration im Blut maßgeblich.

Gezielte Ernährung: Wie Omega-3-Fettsäuren den Spiegel senken

Als wirksamen Hebel zur Senkung der Triglyzeride empfiehlt Parhofer Anpassungen des Lebensstils. Eine zentrale Rolle spielen dabei bestimmte Omega-3-Fettsäuren.

Laut Forschern der chinesischen Chengdu University of Traditional Chinese Medicine wirken insbesondere zwei Formen effektiv gegen erhöhte Werte: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA).

Fast jeder Dritte betroffen: Ab 150 mg/dl werden Triglyzeride zur unterschätzten Gefahr fürs Herz

Fisch und Algen als wichtigste Quellen

EPA und DHA kommen vor allem in fettreichem Seefisch vor:

  • Lachs
  • Makrele
  • Hering
  • Sardine

Auf pflanzlicher Basis liefern spezielle Algenarten wie Schizochytrium diese Fettsäuren, weshalb sie vor allem für Nahrungsergänzungsmittel genutzt werden.

Um erhöhte Triglyzerid-Spiegel spürbar zu reduzieren, raten wissenschaftliche Untersuchungen zu zwei bis vier Gramm EPA und DHA pro Tag. Da sich diese Menge kaum über herkömmliche Mahlzeiten decken lässt, verordnen Mediziner bei entsprechendem Bedarf gezielt hochdosierte Präparate.

Mehr als nur LDL: Weitere Risikomarker im Blutbild

Hohe Triglyzeride treten selten isoliert als Gefäßrisiko auf. Experten raten dazu, weitere Parameter im Laborprofil im Blick zu behalten:

  • Remnant-Cholesterin
  • Non-HDL-Cholesterin
  • Apolipoprotein B (ApoB)

Regelmäßige Blutkontrollen helfen dabei, gefährliche Gefäßveränderungen frühzeitig festzustellen, insbesondere bei bestehendem Übergewicht, Bluthochdruck oder familiärer Vorbelastung.

Neben einer medizinischen Therapie lässt sich das Risiko durch mehr tägliche Bewegung, den Verzicht auf Nikotin sowie eine reduzierte Zuckerzufuhr senken.