Zum Inhalt springen
On Air Festival

Fed-Chef Warsh deutet Zinsschritt an: Erwartung steigt auf 60 Prozent, Gold fällt um 3 Prozent

Hohe Inflation in den USA Aktuelle News

Die anhaltend hohe Inflation in den USA erhöht den Druck auf die US-Notenbank Fed.

Klare Signale von der US-Notenbank: Fed-Chef Kevin Warsh hat beim internationalen Notenbank-Treffen in Jackson Hole deutliche Worte zur Teuerung gefunden. Die Zentralbank trage die Verantwortung für „65 Monate anhaltender, erhöhter Inflation“, betonte Warsh.

Die Inflation müsse sich zügig auf das Ziel zubewegen, andernfalls habe die Notenbank weitere Arbeit vor sich. An den Finanzmärkten lösten die Aussagen sofortige Kursbewegungen aus.

Der Goldpreis brach um mehr als drei Prozent ein und rutschte wieder unter die Marke von 4500 US-Dollar. Auch Bitcoin verzeichnete spürbare Verluste. Gleichzeitig legte der US-Dollar deutlich zu: Der Euro gab von fast 1,17 Dollar in der Vorwoche auf knapp 1,158 Dollar nach.

Märkte preisen Zinsschritt im September ein

Investoren deuten die Aussagen als klares Signal für eine geldpolitische Straffung bei der anstehenden Sitzung Mitte September. Laut dem Fed-Watch-Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte mittlerweile bei rund 60 Prozent – am Vortag waren es lediglich 35 Prozent.

Hohe Inflation in den USA
Hohe Inflation in den USA

Mit dieser Entwicklung droht ein politischer Konflikt mit US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte bereits Warshs Vorgänger Jay Powell regelmäßig zu Zinssenkungen gedrängt, um günstige Kredite und Wirtschaftswachstum vor den Zwischenwahlen im November zu sichern.

Fed-Chef Warsh deutet Zinsschritt an: Erwartung steigt auf 60 Prozent, Gold fällt um 3 Prozent

Druck auf Notenbankchef wächst

Bisher beließ Warsh die Leitzinsen trotz hoher Teuerungsraten unverändert. Nach seinem jüngsten Auftritt steht der Fed-Chef nun jedoch unter erheblichem Handlungsdruck.

George Curtis, Portfoliomanager bei TwentyFour Asset Management, sieht Warsh in einer schwierigen Position: Ohne eine deutliche Verbesserung der Inflationsdaten drohe bei einem Verzicht auf Zinserhöhungen im September ein massiver Glaubwürdigkeitsverlust.

Ökonomen bleiben trotz klarer Worte skeptisch

Ob die Fed den Schritt tatsächlich vollzieht, hängt maßgeblich von den neuen Inflationsdaten ab, die unmittelbar vor dem Zinsentscheid veröffentlicht werden. Zudem ließ Warsh den genauen Zeitplan möglicher Maßnahmen offen.

„Wäre dies eine Rede von Jerome Powell gewesen, hätte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September bei 100 Prozent gelegen“, urteilt Steven Blitz, US-Chefökonom von TS Lombard. Commerzbank-Experte Christoph Balz verweist zudem darauf, dass Warsh die Zinsen trotz der langen Inflationsphase bisher nicht angehoben habe.