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Felssturz an der Loreley: Drohnen, Kletterer und 7 neue Schutzbauten im Mittelrheintal

Felssturz an der Loreley: Drohnen, Kletterer und 7 neue Schutzbauten im Mittelrheintal Aktuelle News

Felssturz an der Loreley: Drohnen, Kletterer und 7 neue Schutzbauten im Mittelrheintal

Nach dem jüngsten Felssturz an der Loreley prüfen Industriekletterer die Steilhänge auf loses Gestein und erstellen detaillierte Bildaufnahmen. Auf dieser Basis legen der Landesbetrieb Mobilität (LBM) und das Landesamt für Geologie und Bergbau (LBG) die weiteren Maßnahmen fest.

Als Auslöser für den Abbruch gilt nach ersten Einschätzungen der LBM-Geologin Cornelia Reichwein die natürliche Verwitterung des Schiefergebirges.

Netze sichern die Bahnstrecke bei St.Goar gegen herabstürzendes Geröll.
Netze sichern die Bahnstrecke bei St. Goar gegen herabstürzendes Geröll.

High-Tech-Monitoring an den Steilhängen

Die Überwachung der Gefahrenstellen im Mittelrheintal hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Während früher ausschließlich fest im Gestein verankerte Metallstifte zur Messung von Verschiebungen dienten, setzen Behörden heute auf digitale Verfahren.

Sowohl der LBM als auch das LBG nutzen regelmäßig Drohnen zur Erstellung von hochauflösenden 3D-Modellen der Hänge. Nach Extremwetterereignissen wie Starkregen oder Erdbeben erfolgen zusätzliche Kontrollen durch spezialisierte Firmen.

Helikopter-Befliegungen und Gefahrenkarten der Bahn

Auch die Deutsche Bahn lässt die Trassen im Mittelrheintal im Rhythmus von sechs Jahren per Helikopter und Drohne erfassen. Selbst Abschnitte wie der Loreley-Tunnel werden überwacht, um Gefahren für die umliegende Infrastruktur frühzeitig zu erkennen.

Die erfassten Geodaten fließen unter anderem in die Gefahrenkarte des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung ein.

Ein Blick auf den umstrittenen Schutzwall, der nach dem Felssturz bei Kestert aufgeschüttet wurde als Schutz vor herab fallendem Gestein.
Der Schutzwall an den Gleisen bei Kestert nach dem schweren Hangrutsch.

Sieben Sicherungsbauwerke entlang der Korridorstrecke

Im Rahmen der laufenden Generalsanierung der Strecke Troisdorf–Wiesbaden erneuert die Deutsche Bahn insgesamt sieben Hangsicherungen. Die Baustellen verteilen sich auf folgende Abschnitte:

  • Nahe Assmannshausen und Lorchhausen
  • Bei Sankt Goarshausen
  • Bei Kamp-Bornhofen
  • Drei Abschnitte zwischen Osterspai und Braubach

Trotz engmaschiger Kontrollen bleibt ein Restrisiko im Schiefergebirge bestehen. Wie der Hangrutsch bei Kestert vor fünf Jahren zeigte, können Abbrüche auch an Hängen auftreten, die zuvor als unauffällig galten und lediglich mit leichten Schutzzäunen versehen waren.