Felssturz auf 3500 Metern am Monviso: 3841-Meter-Berg löst nächtlichen Rettungseinsatz aus
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Eine gewaltige Staubwolke stieg nach dem Felssturz an der Nordostwand des 3841 Meter hohen Monviso auf.
Am 3841 Meter hohen Monviso in den italienischen Cottischen Alpen ist es zu einem schweren Felssturz gekommen. Gegen 20:00 Uhr brachen auf rund 3500 Metern Höhe große Gesteinsmassen aus der Wand und stürzten donnernd in die Tiefe.
Die Geröllmassen schlugen in unmittelbarer Nähe der Quintino-Sella-Hütte ein, die zahlreichen Alpinisten als Stützpunkt für die Gipfeltour dient. Das ohrenbetäubende Grollen war noch in kilometerweit entfernten Berghütten deutlich zu vernehmen.
Eine gigantische Staubwolke stieg an der nordöstlichen Wand des Monviso nach dem Gesteinsabgang auf.
Hubschrauber im Nachteinsatz: Suche nach vermisstem Wanderer
Dichte Staub- und Schuttwolken hüllten den Wanderweg in Richtung Pian del Re vollständig ein. Ein Rettungshubschrauber startete unmittelbar nach dem Einsturz im Nachtsichtmodus, konnte die Einsatzkräfte wegen der extremen Sichtbehinderung jedoch zunächst nicht am Hang absetzen.
Im Mittelpunkt des Nachteinsatzes stand die Suche nach einem ausländischen Wanderer, der am Abend nicht zur Schutzhütte zurückgekehrt war. Die Bergrettung konnte am darauffolgenden Morgen schließlich Entwarnung geben: Es befanden sich zum Zeitpunkt des Abbruchs keine Personen im Gefahrenbereich.
Die Behörden der Gemeinde Crissolo, die Präfektur und die Hüttenwirte sperrten das betroffene Terrain umgehend ab. Die Nordostflanke des markanten Berges gilt seit Jahren als geologisch instabil.
Steigende Temperaturen setzen Alpenfels unter Druck
Das Ereignis am Monviso reiht sich in eine Serie alpiner Felsstürze ein. Hohe Sommertemperaturen lassen den Permafrost in den Hochlagen zunehmend auftauen, wodurch zuvor gefrorene Felsformationen ihre Bindung verlieren.
Gletscherschwund deckt historische Funde auf
Erst kürzlich ereigneten sich ähnliche Abbrüche am Sellajoch in den Dolomiten sowie in Friaul, wo Trümmer einen Wanderweg wegrissen und Wanderer abschnitten. Parallel zum Zerfall instabiler Felsflanken legt das kontinuierliche Abschmelzen der Eismassen in den West- und Ostalpen immer wieder seit Jahrzehnten verschollene Bergsteiger sowie historische Ausrüstungsteile frei.

