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Ferrari-Debakel in Monza: Warum 10 Extra-PS und 41 Upgrades nicht reichten

Ferrari-Debakel in Monza: Warum 10 Extra-PS und 41 Upgrades nicht reichten Aktuelle News

Ferrari-Debakel in Monza: Warum 10 Extra-PS und 41 Upgrades nicht reichten

Das wichtigste Rennwochenende des Jahres endete für Ferrari im Desaster. Ein Totalschaden in den Reifenstapeln und ein sechster Platz waren die ernüchternde Ausbeute beim 76. Formel-1-Lauf im königlichen Park von Monza.

Dabei hatten die Rennsimulationen am Freitag noch Hoffnungen geweckt, da die Rundenzeiten auf Augenhöhe mit Mercedes lagen. Im Rennen verpuffte dieser Vorteil jedoch komplett.

Start-Chaos und Crash in der Parabolica

Ferrari setzte beim Start auf ein aggressives Risiko und schickte Charles Leclerc sowie Lewis Hamilton auf weichen C5-Reifen ins Rennen. Mercedes und McLaren wählten dagegen die konservativere Medium-Mischung.

Der Angriffsplan scheiterte bereits nach 450 Metern in der ersten Schikane. Leclerc und Hamilton gerieten im dichten Verkehr aneinander, wodurch Hamilton ins Kiesbett ausweichen musste und auf Rang neun zurückfiel.

Lewis Hamilton & Charles Leclerc - Ferrari - GP Italien 2026
Lewis Hamilton und Charles Leclerc beim Großen Preis von Italien 2026.

Hamilton kritisierte anschließend fehlende interne Absprachen für Zweikämpfe unter Teamkollegen. Im engen Startgetümmel von Monza bot die Außenbahn dem Briten jedoch mehr Handlungsspielraum als Leclerc auf der Innenlinie.

In der zweiten Runde verlor Leclerc weitere Positionen an Pierre Gasly und Max Verstappen. Als Oscar Piastri vor der Parabolica angriff, übertrieb es der Monegasse: Der Ferrari brach auf dem Randstreifen aus und schlug hart in den Reifenstapeln ein – eine exakte Kopie seines Unfalls aus der Saison 2020.

Reifen-Dilemma: 48 Runden auf abbauendem Medium

Nach dem Leclerc-Ausfall verblieb nur noch Hamilton im Rennen. Beim Neustart wechselte er auf Medium-Reifen, während die Mehrheit des Feldes die harte Mischung aufzog.

Ein 20 Runden langes Duell mit Oscar Piastri kostete Hamilton wertvolle Reifenlebensdauer und Rundenzeit. Zur Rennmitte betrug der Rückstand auf das führende Mercedes-Duo bereits acht Sekunden.

Charles Leclerc - Ferrari - GP Italien 2026
Charles Leclerc im Ferrari SF-26 beim Italien-Grand-Prix.

Als eine VSC-Phase durch den Ausfall von Lance Stroll ausgelöst wurde, verzichtete Ferrari auf einen Boxenstopp, um einen Positionsverlust hinter die Racing Bulls zu vermeiden. Hamilton musste 48 Runden auf demselben Reifensatz durchhalten und fiel am Ende kampflos hinter beide McLaren zurück.

Warum das Motor-Upgrade nicht reicht

Ferrari brachte in Monza die zweite Ausbaustufe seines Antriebs im Rahmen des ADUO-Verfahrens an den Start. Ein größerer Turbolader steuerte laut Teamchef Frédéric Vasseur knapp über 10 PS zusätzliche Leistung bei.

Trotz der Leistungssteigerung verlor der SF-26 auf den langen Geraden weiter Boden auf Mercedes. Im Hybrid-Bereich führt fehlende Verbrenner-Leistung dazu, dass das elektrische System die Lücken nicht dauerhaft schließen kann.

Ferrari - GP Italien 2026
Ferrari-Boxencrew und Fahrzeug beim Rennwochenende in Monza.

Hamilton versuchte das Leistungsdefizit durch einen aggressiveren Fahrstil auszugleichen, was den Reifenverschleiß massiv beschleunigte. Zudem fehlte ihm beim Einsatz der Boost-Funktion auf den Geraden im späteren Verlauf der Runde die nötige Energie zur Verteidigung.

Hybrid-Management und das Wettrüsten am Budgetlimit

Während Ferrari sein Motorkontingent für Updates 2026 weitgehend ausgeschöpft hat, plant Mercedes für Baku eine weitere Evolution des V6-Turbos. Damit drohen Andrea Kimi Antonelli und George Russell zwar Startplatzstrafen, doch Mercedes hält leistungstechnisch den Vorteil in der Hand.

Bei der Weiterentwicklung der Aerodynamik ging Maranello bisher das höchste Risiko im Spitzenfeld ein:

  • Ferrari (SF-26): 3 große Runderneuerungen, 41 modifizierte Einzelposten
  • McLaren (MCL40): 3 große Runderneuerungen, 37 modifizierte Einzelposten
  • Mercedes (W17): 1 große Runderneuerung, 23 modifizierte Einzelposten

Mercedes plant ein weiteres großes Aerodynamik-Paket für das Rennen in Malaysia, agiert wegen des Budgetlimits jedoch deutlich vorsichtiger als Ferrari. Vasseur betont hingegen, dass Ferrari trotz der 41 Upgrades bis zum Saisonfinale voll im Rahmen des Kostendeckels liege.