Filmfestspiele Venedig: 72-jähriger John Malkovich als bester Schauspieler ausgezeichnet
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John Malkovich wurde in Venedig für seine Leistung in Martin McDonaghs neuem Drama geehrt.
Großer Erfolg für John Malkovich in Italien: Der 72-jährige US-Schauspieler ist bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig als bester Darsteller ausgezeichnet worden. Er erhielt die renommierte Ehrung für seine Hauptrolle in der Regiearbeit «Wild Horse Nine» von Martin McDonagh.
Malkovich konnte die Trophäe nicht persönlich vor Ort am Lido entgegennehmen. Er schaltete sich stattdessen mit einer Videobotschaft aus dem kanadischen Montreal zu, wo er sich derzeit für Dreharbeiten zu einem anderen Projekt aufhält.
Spionage vor historischer Kulisse auf der Osterinsel
In «Wild Horse Nine» steht das Schicksal zweier langjähriger CIA-Agenten im Mittelpunkt. Die von John Malkovich (Chris) und Sam Rockwell (Lee) gespielten Figuren reisen im Jahr 1973 unmittelbar vor dem Militärputsch in Chile auf die abgelegene Osterinsel.
Auf der Insel brechen alte Konflikte und persönliche Krisen auf. Der schwer erkrankte Chris knüpft dort Kontakt zu zwei rebellischen Studierenden und setzt mit seinen unberechenbaren Entscheidungen streng gehütete Pläne und Geheimnisse des US-Geheimdienstes aufs Spiel.
Fokus auf Machtpolitik und Männerfreundschaft
Als Kulisse dient die verdeckte Einflussnahme der USA auf die chilenische Politik im Kalten Krieg. Der Film nutzt diese historischen Spannungen primär, um die Dynamik und die Zerbrechlichkeit der Freundschaft zwischen den beiden alternden Agenten zu beleuchten.

Frühe Oscar-Gerüchte nach der Premiere
Die Reaktionen des Fachpublikums nach der Premiere in Venedig fielen eindeutig aus. Zahlreiche Kritiker handelten Malkovich unmittelbar nach der Vorführung als heißen Anwärter auf eine Nominierung bei den kommenden Academy Awards.
Auf der Pressekonferenz konfrontierten Journalisten den Schauspieler bereits mit der Frage, ob er an seiner Oscar-Dankesrede arbeite. Malkovich reagierte gewohnt zurückhaltend und verwies auf das Ensemble.
«Ich blicke auf eine lange Karriere zurück und hatte wirklich großartige Kollegen und Zusammenarbeiten mit Regisseuren, Drehbuchautoren und Schauspielern», erklärte Malkovich. «Ich fühle mich daher nie in Konkurrenz zu einem von ihnen, da ich im Allgemeinen liebe, was sie tun.»
Entscheidend sei für ihn nicht der Konkurrenzgedanke bei Preisverleihungen, sondern die Resonanz auf das Werk selbst: «Das Schönste ist, dass der Film Beachtung findet und dass er mehrere großartige Darsteller hat und wunderbar geschrieben und inszeniert ist.»
