Flugtickets um 8,5 Prozent teurer: Airlines warnen vor anhaltender Preiswelle
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Condor-Chef Peter Gerber erwartet weiter steigende Flugkosten für Passagiere.
Fluggäste müssen sich auf dauerhaft höhere Kosten einstellen. Auf einer Luftverkehrstagung in Frankfurt warnte Condor-Chef Peter Gerber vor anhaltenden Preissteigerungen und betonte, dass Fliegen für alle teurer werde.
Als Hauptgründe nannte Gerber die anhaltenden geopolitischen Spannungen am Persischen Golf sowie hohe Kerosinpreise, bei denen er für das kommende Jahr keine Entspannung erwartet. Gleichzeitig forderte er politische Maßnahmen zur Senkung der deutschen Standortkosten.
Condor-Chef Peter Gerber bei einer Branchenveranstaltung in Frankfurt.
Kerosinpreise und Standortkosten treiben Flugtarife
Fliegen dürfe nach Ansicht von Gerber kein Luxusgut werden, sondern müsse als elementarer Teil der Verkehrsinfrastruktur bezahlbar bleiben. Vor diesem Hintergrund sprach er sich dafür aus, die Luftverkehrsteuer nach dem Vorbild Schwedens vollständig abzuschaffen.
Zudem unterstützt die Airline den Vorschlag der Deutschen Flugsicherung, ein Viertel der Flugsicherungskosten über eine staatliche Basisfinanzierung abzudecken. Ob solche Entlastungen direkt an Verbraucher weitergegeben würden, bleibt unter Experten allerdings umstritten.
Debatte um Gebühren und internationale Konkurrenz
Hessens Staatskanzleichef Benedikt Kuhn sprach sich gegen die Vergabe weiterer Landerechte an Fluggesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. Zusätzliche Verbindungen über Drehkreuze wie Dubai oder Doha würden heimische Flughäfen schwächen.
Gleichzeitig treibt die Lage im Nahen Osten und die Situation an der Straße von Hormus die Treibstoffkosten. Da Kerosin einen zentralen Kostenfaktor im Flugbetrieb darstellt, wirken sich Rohölverteuerungen unmittelbar auf die Kalkulationen der Fluggesellschaften aus.
Airlines erhöhen Preise: Tickets im Schnitt 8,5 Prozent teurer
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Flugticketpreise im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich um 8,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Neben den Energiekosten trug auch das begrenzte Flugangebot an deutschen Flughäfen zu diesem Anstieg bei.
Mehrere Flugkonzerne haben ihre Tarife bereits angepasst. Die Lufthansa Group hob ihre Treibstoffzuschläge mehrfach an, während auch Austrian Airlines und Air France-KLM Preiserhöhungen auf bestimmten Strecken umsetzen.
Für innereuropäische Verbindungen verlangten Lufthansa, IAG und Air France-KLM im Mai gut 7 Prozent mehr als noch im Februar. Bei US-Fluggesellschaften fielen die Zuschläge teilweise noch höher aus.
Reaktionen der Billigflieger und Schutz für Pauschalreisende
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) kritisierte, dass die bisherige Absenkung der Luftverkehrsteuer nicht ausreiche, um deutsche Standortnachteile auszugleichen. Ryanair kündigte infolge der hohen Kostenstruktur an, die Basis in Berlin zum Winterflugplan 2026 aufzugeben und Verbindungen ab Köln/Bonn zu reduzieren.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass neben Steuern auch anhaltende Lieferverzögerungen bei Flugzeugherstellern wie Airbus und Boeing das Sitzplatzangebot verknappen und die Preise hoch halten.
Für Urlauber mit bereits gebuchten Pauschalreisen gibt es hingegen Planungssicherheit: Veranstalter wie Tui, Alltours und Dertour schließen nachträgliche Preiserhöhungen für bestehende Buchungen aus. Gemäß den Vorgaben der EU-Kommission muss der beim Kauf vereinbarte Endpreis für Flugtickets verbindlich bleiben.

