Frankreich startet neuen Wehrdienst: 3.000 Freiwillige erhalten 800 Euro im Monat
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General Jacques de Montgros sieht in der Demografie eine zentrale Herausforderung für Frankreichs Streitkräfte.
Frankreich hat ein neues freiwilliges Wehrdienstprogramm in Gang gesetzt. Zum Auftakt treten 3.000 junge Frauen und Männer einen zehnmonatigen Dienst bei Heer, Marine oder Luftwaffe an.
In den ersten vier Wochen durchlaufen die Rekruten eine militärische Grundausbildung mit Waffenhandhabung, Disziplinregeln und militärischem Liedgut. Nach dieser Phase folgt die Versetzung in reguläre Einheiten. Der Staat übernimmt Unterkunft, Verpflegung sowie Ausrüstung und zahlt den Teilnehmern einen monatlichen Sold von rund 800 Euro.
Stufenweiser Ausbau auf 50.000 Plätze
Das neue Format löst den bisherigen Universellen Nationaldienst ab. Für die Zulassung waren vor allem persönliche Bewerbungen und Motivation ausschlaggebend, ein akademischer Abschluss war nicht erforderlich. Der erste Jahrgang wird ausschließlich auf französischem Staatsgebiet eingesetzt.
Nachwuchsgewinnung für Streitkräfte und Reserve
Die französische Regierung plant eine schrittweise Vergrößerung des Programms auf zunächst 10.000 Plätze pro Jahr. Bis zum Jahr 2035 soll die Kapazität auf jährlich bis zu 50.000 Teilnehmer steigen.
Paris nutzt das Programm gezielt zur Personalakquise. Die Streitkräfte hoffen, dass sich viele der Freiwilligen im Anschluss für den regulären Militärdienst oder die Reserve verpflichten.

Demografischer Druck belastet die Streitkräfte
General Jacques de Montgros, seit Juli 2026 Chef des französischen Heeres, stuft die demografische Entwicklung in seiner ersten Grundsatzanweisung als strategisches Kernproblem ein.
Er betonte, die Streitkräfte müssten langfristig ausreichend Personal gewinnen, halten und den Rückhalt in der Gesellschaft sichern.
General Jacques de Montgros
Grenzen für eine allgemeine Wehrpflicht
Eine Rückkehr zu einer verpflichtenden Dienstpflicht für alle steht in Frankreich nicht zur Debatte. Bei einer aktuellen Gesamtstärke von rund 200.000 Soldaten fehlt der Armee die Kapazität, einen kompletten Altersjahrgang von rund 700.000 jungen Bürgern auszubilden.
Zudem setzen die Finanzen enge Grenzen: Für das Freiwilligenprogramm sind zwischen 2026 und 2030 rund 2,3 Milliarden Euro veranschlagt. Davon fließen allein 1,4 Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung von Kasernen.

