Frankreichs Sozialwohnungen: Fast 60 Prozent der Mieten übersteigen Wohngeld-Obergrenzen
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In Frankreich übersteigt die Miete von Sozialwohnungen immer häufiger die Obergrenzen für staatliche Beihilfen.
Ein Platz im sozialen Wohnungsbau garantiert in Frankreich immer seltener eine bezahlbare Miete. Laut einer Stellungnahme des Hohen Ausschusses für das Recht auf Wohnen (HCLPD) wird ein wachsender Teil der Sozialwohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen unerreichbar.
Im Jahr 2024 lagen knapp 60 Prozent der Mieten im französischen Sozialbestand über den Obergrenzen für die staatliche Wohnbeihilfe APL. Das Regierungsgremium warnt vor einer sich verfestigenden Schieflage auf dem Wohnungsmarkt.
Didier Deschamps bei einem Spiel der französischen Nationalmannschaft.
Kluft zwischen Miete und Beihilfen wächst stetig
Die Entwicklung zeichnet sich seit über einem Jahrzehnt ab. Im Jahr 2012 lagen 39 Prozent der Mieten im Sozialbereich über der Fördergrenze, 2020 waren es bereits 55 Prozent.
Auch die Höhe der Abweichungen nimmt zu. Der Anteil der Wohnungen, deren Miete die APL-Obergrenze um mehr als 20 Prozent überschreitet, stieg zwischen 2012 und 2020 von 18 Prozent auf 31 Prozent.
Ein Kind erledigt abends Hausaufgaben am Schreibtisch.
Ärmste Haushalte besonders stark unter Druck
Besonders drastisch zeigt sich das Problem bei den Programmen des PLAI-Segments, die speziell für die ärmsten Haushalte reserviert sind. Im Jahr 2020 lagen 51 Prozent dieser Mieten über den Beihilfegrenzen.

Gleichzeitig verfügen mehr als 60 Prozent der Antragsteller auf eine Sozialwohnung über ein Einkommen, das unter den PLAI-Einkommensgrenzen liegt. Damit scheitert die staatliche Unterstützung genau an der Hauptzielgruppe.
Nebenkosten und Sanierungen treiben Preise
Zu den gestiegenen Kaltmieten kommen wachsende Nebenkosten, die von den staatlichen Pauschalen nicht abgedeckt werden. Mieter zahlen monatlich im Schnitt 190 Euro für Wasser und Strom, während die APL-Berechnung lediglich eine Pauschale von 58 Euro für Alleinstehende oder Paare ansetzt.
Eine Küchenspüle wird im Haushalt gereinigt.
Zwischen 2010 und 2026 stiegen die Obergrenzen für die Wohnbeihilfe lediglich um 19 Prozent, während die zulässigen Höchstmieten im geförderten Sektor um fast 25 Prozent anzogen. Hauptursache für den Anstieg ist die Modernisierung der Bestände: Zahlreiche Altbauten mit sehr niedrigen Mieten wurden abgerissen und durch teurere Neubauten ersetzt.



