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Freibad Wellinghofen: Seit 1926 baden Dortmunder auf einem alten Zechengelände

Blick auf das Schwimmerbecken und ein Schild zum Kassenhäuschen im Freibad Wellinghofen Aktuelle News

Das Freibad Wellinghofen im Dortmunder Süden blickt auf eine fast 100-jährige Geschichte zurück.

Wo bis 1925 Bergleute unter Tage Kohle förderten, ziehen heute Badegäste im Dortmunder Süden ihre Bahnen. Das Freibad Wellinghofen steuert auf seinen 100. Geburtstag zu und gilt trotz seiner langen Historie für viele Einheimische noch immer als Geheimtipp.

Blick auf das Schwimmerbecken und ein Schild zum Kassenhäuschen.
Blick auf das Schwimmerbecken und das Kassenhäuschen des Bades.

Vom Steinkohle-Bergwerk zur städtischen Badeanstalt

Bis 1925 förderte die Zeche Admiral an diesem Standort Kohle, ehe der Betrieb wegen Unrentabilität eingestellt werden musste. Der Ausfall der Arbeitsplätze traf den Ortsteil Wellinghofen hart, an die Ära erinnert heute unter anderem noch der benachbarte Admiralsplatz.

Die Gemeinde nutzte die Notlage als Chance, erwarb das Zechenareal und schuf eine neue Infrastruktur. Ehemalige Bergleute wurden direkt eingebunden und halfen beim Ausheben der Schwimmbecken mit, wie Michael Dominik von der Betreibergesellschaft Revierpark Wischlingen GmbH berichtet.

Blick auf eine historische Schwarzweiß-Aufnahme vom Bad.
Historische Schwarzweiß-Aufnahme der Badeanstalt aus ihren Anfangsjahren.

Im Mai 1926 ging die Anlage offiziell als „Schwimmbadeanstalt Wellinghofen“ in Betrieb. Die damaligen Planer konzipierten das Bad mit einem 50-Meter-Becken, einem Nichtschwimmerbereich und einem Sprungturm vor allem auch zur gesundheitlichen Förderung der Jugend.

Blick auf die beiden Herren am Becken.
Zwei Herren am Rand des Schwimmbeckens.

Zechenasche unter Beton und Bergschäden an Gebäuden

Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich das ehemals von Industrie umgebene Areal schrittweise in eine Grünanlage. Große Liegewiesen und ein dichter, alter Baumbestand prägen heute den Parkcharakter des Geländes.

Trotz Modernisierungen stecken im Beckenbereich noch originale Bauteile aus den 1920er-Jahren. Besonders im Nichtschwimmerbecken liegt die historische Betondecke direkt auf einer alten Ascheschicht aus Zechenzeiten auf.

Blick auf das Schild mit Preisen und Angebot.
Schild mit dem gastronomischen Angebot und Preisen.

Das hohe Alter der Anlage bringt bauliche Hürden mit sich. Das historische Kassenhäuschen musste infolge von Bergschäden abgerissen werden, Eintrittskarten gibt es seither an mobilen Stationen.

Weil das bisherige Gastronomiegebäude sanierungsbedürftig ist, versorgt derzeit ein Foodtruck die Besucher unter anderem mit Freibadpommes für 3 Euro.

Blick auf ein Luftbild von dem Freibad.
Luftaufnahme des gesamten Freibadgeländes in Wellinghofen.

Besucherdaten und Anreise

Fakten zum Freibadbetrieb

  • Öffnungszeiten: Täglich von 8:00 bis 19:00 Uhr
  • Eintrittspreise: Erwachsene 5,00 Euro; Studenten 4,00 Euro; Kinder bis 15 Jahre 3,50 Euro
  • Familientarif: 12,00 Euro (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder)
  • Saisonende 2026: 13. September

Das Gelände liegt am Hopmanns Mühlenweg und verfügt über kostenfreie Auto- und Fahrradparkplätze. Im öffentlichen Nahverkehr wird die Anlage über die Buslinien 443 und 447 (Haltestellen „Am Lieberfeld“ oder „Godekinstraße“) sowie über die Linie 438 (Haltestelle „Limburger Postweg“) erreicht.