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FSME Risikogebiete breiten sich im Herbst weiter aus: Neue RKI-Warnung für bisher sichere Regionen

Zecke auf einem herbstlichen Blatt im Wald als Symbol für FSME Risikogebiete Aktuelle News

Milde Herbsttage verlängern die Saison: Zecken bleiben auch bei niedrigeren Temperaturen aktiv und übertragen das FSME-Virus.

Die FSME Risikogebiete in Deutschland wandern unaufhaltsam weiter nach Norden und Osten, während milde Herbsttemperaturen die Aktivität der Blutsauger bis in den November hinein verlängern. Aktuelle Auswertungen des Robert Koch-Instituts (RKI) belegen, dass mittlerweile über 180 Landkreise offiziell als Risikogebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis eingestuft sind. Selbst Regionen in Bundesländern wie Sachsen-Anhalt, Brandenburg oder Niedersachsen verzeichnen immer häufiger lokale Infektionsherde.

Wer glaubt, dass mit dem Ende des Hochsommers auch die Gefahr von Zeckenstichen gebannt sei, unterliegt einem gefährlichen Trugschluss. Die Spinnentiere benötigen lediglich eine Bodentemperatur von etwa 7 Grad Celsius und ausreichend Luftfeuchtigkeit, um aktiv auf Beutesuche zu gehen. Gerade das feuchte Laub am Waldboden bietet ihnen im Herbst ideale mikroklimatische Bedingungen.

Warum Zecken im Herbst zur unterschätzten Gefahr werden

Der herbstliche Laubfall und anhaltende Regenschauer schaffen für den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) perfekte Überlebensräume. Bei der Gartenarbeit mit Rechen von Marken wie Gardena, beim Sammeln von Pilzen oder beim Spaziergang durchs Unterholz streifen Menschen die Parasiten unbemerkt von Gräsern und Sträuchern ab.

„Viele Menschen wiegen sich im Herbst in trügerischer Sicherheit. Dabei beobachten wir durch den Klimawandel eine deutliche Verlängerung der Aktivitätsphasen, wodurch FSME-Viren noch spät im Jahr übertragen werden“, warnt ein Infektiologe des RKI.

Das eigentliche Problem bei FSME liegt im Übertragungsmechanismus: Während Borrelien-Bakterien meist erst nach vielen Stunden Sauggewohnheit in die Blutbahn gelangen, sitzt das FSME-Virus direkt in den Speicheldrüsen der Zecke. Der Erreger wird somit unmittelbar beim Einstich übertragen, was schnelles Entfernen allein nicht immer zu einem verlässlichen Schutz vor einer Infektion macht.

Mythos vs. Realität: Was Sie über Zecken wirklich wissen müssen

Ein hartnäckiger Mythos besagt, dass Zecken sich von Bäumen auf Spaziergänger fallen lassen. In der biologischen Realität klettern die Parasiten selten höher als 1,5 Meter auf Grashalme oder Buschzweige und lassen sich beim Vorbeigehen abstreifen.

Ebenso falsch ist die Annahme, dass FSME nur in Süddeutschland vorkommt. Zwar bleiben Bayern und Baden-Württemberg die Hauptschwerpunkte, doch die schleichende Ausbreitung entlang von Flusstälern und durch wandernde Wildtiere führt zur stetigen Entstehung neuer Endemiegebiete im gesamten Bundesgebiet.

Aktuelle FSME Risikogebiete im regionalen Überblick

Die Einteilung des RKI basiert auf der statistischen Häufigkeit von gemeldeten Erkrankungen über einen Fünfjahreszeitraum. Die folgende Übersicht zeigt die Verteilung und die neuen Schwerpunkte auf einen Blick:

Bundesland / Region Risikostatus & Besonderheiten
Baden-Württemberg & Bayern Nahezu flächendeckend als Risikogebiet eingestuft. Höchste Falldichten in Waldregionen.
Hessen & Thüringen Große Teile Süd- und Mittelhessens sowie weite Landstriche Thüringens betroffen.
Sachsen & Sachsen-Anhalt Zunehmende Ausbreitung; neue Risikokreise im Erzgebirgsvorland und Dessau-Wörlitzer Raum.
Brandenburg & Niedersachsen Vereinzelte Landkreise als Risikogebiete klassifiziert; punktuell hohe Viruslast im Unterholz.

Richtig handeln nach einem Stich: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Sollten Sie nach einem Aufenthalt im Freien eine Zecke an Ihrem Körper entdecken, kommt es auf besonnenes und mechanisch korrektes Handeln an. Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder Nagellackentferner sind strengstens tabu, da sie das Tier unter Stress setzen und es vermehrt erregerhaltigen Speichel absondert.

  1. Werkzeug wählen: Nutzen Sie eine feine Zeckenzange, eine Zeckenkarte aus der Apotheke oder eine Pinzette mit gewinkelten Spitzen.
  2. Hautnah ansetzen: Greifen Sie die Zecke so nah wie möglich an der Hautoberfläche direkt an den Mundwerkzeugen, niemals am vollgesogenen Körper.
  3. Gerade herausziehen: Ziehen Sie das Spinnentier mit gleichmäßigem Zug senkrecht heraus, ohne es zu drehen oder zu quetschen.
  4. Einstichstelle desinfizieren: Reinigen Sie die Wunde gründlich mit einem Wunddesinfektionsmittel und notieren Sie sich das Datum des Stichs im Kalender.
  5. Symptome beobachten: Achten Sie in den folgenden zwei bis drei Wochen auf grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit.

Effektiver Schutz: Impfung und Vorbeugung im Alltag

Den einzig zuverlässigen Schutz vor den schweren neurologischen Folgen einer FSME-Infektion bietet die aktive Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese allen Personen, die in Risikogebieten leben oder dort Freizeitaktivitäten im Grünen planen.

Für kurzfristige Aufenthalte im Freien bieten Repellents mit Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin einen soliden Basisschutz. Auch das Tragen von geschlossener, heller Kleidung – bei der die Socken über die Hosenbeine gezogen werden – erschwert den Parasiten den direkten Hautkontakt und macht sie beim Krabbeln schnell sichtbar.

🌲 Bleiben Sie bei Ihren herbstlichen Ausflügen aufmerksam und suchen Sie Ihren Körper nach jedem Waldspaziergang gründlich ab.

💉 Prüfen Sie zeitnah Ihren Impfpass und sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über eine FSME-Auffrischung.

📱 Teilen Sie diesen Ratgeber mit Freunden und Familie, um sie über die neuen Gefahrenzonen zu informieren.

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