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Fund bei Baggerarbeiten: Unter der Staatsstraße liegt seit 1943 ein geheimes Wehrmachtskabel

Bürgermeister Andreas Wagner und Matthias Zimmerer vor dem freigelegten Erdkabel Aktuelle News

Bürgermeister Andreas Wagner und Matthias Zimmerer präsentieren das freigelegte historische Erdkabel.

Überraschender Fund bei Tiefbauarbeiten in Pastetten

Beim Bau eines Hochwasserdurchlasses für das neue Feuerwehrhaus in Pastetten stießen Bauarbeiter unter der Staatsstraße auf eine unbekannte Leitung. Neben den verzeichneten Gas- und Abwasserrohren lag zwei Meter versetzt ein massives Erdkabel im Erdreich.

Dass der Fund schnell identifiziert werden konnte, lag an einer freigelegten Kabelmuffe. Diese trug die Aufschrift „F&G Neptun“ zusammen mit einem Dreizack-Logo.

Geheimes Warnnetz der Luftwaffe aus dem Jahr 1943

Elektromeister Matthias Zimmerer erkannte die Herkunft des Bauteils sofort. Die Initialen stehen für den Hersteller „Felten und Guilleaume“, der im Zweiten Weltkrieg Spezialkabel für die Wehrmacht und die Luftwaffe produzierte.

Das Kabel wurde 1943 von Kriegsgefangenen verlegt, um nach den alliierten Luftangriffen auf Sizilien ein schnelles Luftmeldesystem aufzubauen. Meldestellen in Orten wie Dorfen und Kößlarn waren direkt mit der Flugwachtzentrale im oberösterreichischen Vöcklabruck verbunden.

Meldungen über Bomberverbände nach München

Über das Netz wurden Sichtungen feindlicher Bomberverbände in Richtung München gemeldet. Von Vöcklabruck aus benötigten die Flugzeuge weniger als eine Stunde bis zum Zielgebiet.

Nach Kriegsende 1945 wurde das System abgeschaltet. Da ein Rückbau zu aufwendig war und genaue Pläne fehlten, blieben die Leitungen größtenteils im Boden.

Bürgermeister Andreas Wagner (l.) hatte Matthias Zimmerer zu seinem wöchentliche Videobericht eingeladen, um sein Wissen über das Erdkabel weiterzugeben. Das Kabel selbst hängt im Hintergrund an grünen Spanngurten.
Bürgermeister Andreas Wagner hatte Matthias Zimmerer zu seinem Videobericht eingeladen, um über das Erdkabel zu informieren.

Nahezu unverwüstliche Technik bleibt im Boden

Bei der Leitung handelt es sich um eine 400er-Hauptleitung mit 200 Doppeladern. Geschützt ist das Innere durch einen Bleimantel sowie eine bitumengetränkte Stahlarmierung.

Aufgrund dieser robusten Konstruktion ist die Leitung extrem langlebig. Nach Angaben von Bürgermeister Andreas Wagner wird das historische Relikt nicht entfernt, sondern verbleibt weiterhin unter der Straße.