Zum Inhalt springen
On Air Festival

Ganzjahresreifen Alpine Symbol Verordnung: Wer dieses Zeichen übersieht, riskiert 120 Euro und Punkte

Detailaufnahme eines Autoreifens mit eingeprägtem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) Aktuelle News

Nur Reifen mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Alpine-Symbol gelten bei winterlichen Straßenverhältnissen noch als vorschriftsmäßig.

Die Ganzjahresreifen Alpine Symbol Verordnung greift auf Deutschlands Straßen ohne jede Ausnahme: Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit alten Allwetterreifen ohne das markante Bergpiktogramm mit Schneeflocke erwischt wird, zahlt mindestens 60 Euro Bußgeld und kassiert einen Punkt in Flensburg – bei Behinderung des Verkehrs steigt die Strafe auf 120 Euro. Die langjährige Übergangsfrist für reine M+S-Reifen ist endgültig abgelaufen. Für Millionen Autobesitzer bedeutet das akuten Handlungsbedarf, sobald Glätte, Schneematsch oder Reif auftreten.

Die situative Winterreifenpflicht nach § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) verlangt Klarheit. Viele Fahrzeughalter wiegen sich fälschlicherweise in Sicherheit, weil ihre Reifen noch ein tiefes Profil besitzen oder der Buchstabe „M+S“ auf der Flanke prangt. Doch rechtlich zählt allein das standardisierte 3PMSF-Symbol (Three-Peak Mountain Snowflake), das international einheitliche Prüfstandards auf Schnee garantiert. Wer die Kennzeichnung missachtet, riskiert neben saftigen Knöllchen auch seinen Versicherungsschutz bei einem Unfall.

Warum das vertraute M+S-Label nicht mehr ausreicht

Über Jahrzehnte genügte das Kürzel „M+S“ (Matsch und Schnee) als legaler Nachweis für Wintertauglichkeit. Der Haken daran war gravierend: Die Bezeichnung war rechtlich nie geschützt, weshalb Hersteller das Siegel ohne standardisierte Praxistests auf praktisch jeden Reifen drucken durften. Billigimporte aus Übersee nutzten diese Lücke massenhaft aus, obwohl ihre Gummimischungen bei Minustemperaturen verhärteten und lebensgefährlich lange Bremswege verursachten.

„Das reine M+S-Zeichen war eine qualitative Mogelpackung, die Fahrern falsche Sicherheit vorgaukelte. Erst das Alpine-Symbol garantiert durch einen genormten Bremstest auf Schnee verlässliche Mindesthaftung“, erklärt Reifenexperte Michael Schmidt vom ADAC.

Das gesetzlich vorgeschriebene Alpine-Symbol zeigt einen stilisierten dreigipfligen Berg mit einer einzelnen Schneeflocke in der Mitte. Nur Modelle, die einen behördlich überwachten Vergleichstest mit Referenzreifen auf festgefahrener Schneedecke bestehen, erhalten die Zertifizierung. Für Ganzjahresreifen stellt diese Hürde sicher, dass sie sowohl hochsommerlicher Hitze als auch plötzlichen Kälteeinbrüchen standhalten.

Mythos aufgedeckt: Reicht ein gutes Profil bei M+S-Reifen?

In Fahrerlagern und Online-Foren hält sich hartnäckig die Behauptung, dass alte M+S-Reifen mit über 4 Millimetern Restprofil weiterhin legal bei Schnee gefahren werden dürften. Diese Annahme ist ein folgenschwerer Irrtum. Der Gesetzgeber knüpft die situative Winterreifenpflicht strikt an die Symbolik auf der Reifenflanke, nicht an die verbleibende Profiltiefe.

Selbst ein fabrikneuer Allwetterreifen aus Restbeständen, dem das Alpine-Symbol fehlt, gilt bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte rechtlich als Sommerreifen. Wer damit bei winterlicher Witterung losfährt, begeht einen direkten Verstoß gegen die StVO. Einzige Ausnahme: Auf völlig trockener oder rein nasser Fahrbahn ohne Frostgefahr dürfen die alten M+S-Modelle weiterhin als Sommerreifen aufgebraucht werden.

Die rechtlichen Konsequenzen im Überblick

Die Sanktionen bei Verstößen treffen nicht nur den Fahrer, sondern nehmen gezielt auch Fahrzeughalter in die Pflicht. Wer sein Auto verleiht, muss vorher sicherstellen, dass die Bereifung den aktuellen Witterungsverhältnissen entspricht.

Verstoß nach StVO Bußgeld & Punkte
Fahren ohne Alpine-Symbol bei Winterwetter 60 € + 1 Punkt
Mit Verkehrsbehinderung 80 € + 1 Punkt
Mit Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer 100 € + 1 Punkt
Verursachung eines Unfalls 120 € + 1 Punkt
Halter, der die Fahrt anordnet oder zulässt 75 € + 1 Punkt

Gravierender als das Bußgeld sind die versicherungsrechtlichen Folgen. Kaskoversicherungen können bei einem Unfall die Leistung wegen grober Fahrlässigkeit massiv kürzen, während die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers zwar den gegnerischen Schaden reguliert, den Fahrer jedoch in Regress nehmen kann.

Schritt für Schritt: So prüfen Sie Ihre Ganzjahresreifen richtig

Die Kontrolle der eigenen Räder dauert nur wenige Minuten und spart bares Geld sowie unnötigen Ärger bei Polizeikontrollen oder der nächsten Hauptuntersuchung beim TÜV oder der DEKRA.

  1. Reifenflanke reinigen: Entfernen Sie groben Schmutz und Bremsstaub von der äußeren Reifenwand, um alle Einprägungen deutlich lesen zu können.
  2. Piktogramm identifizieren: Suchen Sie nach dem Bergumriss mit drei Zacken und der integrierten Schneeflocke. Steht dort ausschließlich „M+S“, entspricht der Reifen nicht mehr der Winterpflicht.
  3. DOT-Nummer ablesen: Prüfen Sie die vierstellige Ziffer in dem ovalen Feld (z. B. „2318“ für Kalenderwoche 23 im Jahr 2018). Reifen, die älter als sechs bis acht Jahre sind, sollten aufgrund der Materialverhärtung ohnehin ersetzt werden.
  4. Profiltiefe messen: Gesetzlich sind zwar 1,6 Millimeter vorgeschrieben, Automobilclubs und Verkehrsexperten raten bei Ganzjahresreifen für echte Wintertauglichkeit jedoch dringend zu mindestens 4 Millimetern.

Sollten Ihre Reifen das Alpine-Symbol nicht aufweisen, lohnt sich der rechtzeitige Wechsel bei Händlern oder Werkstattketten, um Engpässe und Preisspitzen zu Beginn der Frostperiode zu vermeiden.

💚 Kontrollieren Sie noch heute Ihre Reifenflanken, um Bußgelder und Gefahren auf winterlichen Straßen zuverlässig zu vermeiden.

✨ Teilen Sie diesen Ratgeber mit Freunden und Familie, damit niemand von der klaren Regelung überrascht wird.

📱 Kommentar hinterlassen: Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Ganzjahresreifen gemacht – setzen Sie auf Allwetter oder wechseln Sie saisonal?

👇 Diskutieren Sie jetzt unten mit unserer Community!