Gefährliche Firmware: Forscher entdecken 2 Spionage-Programme in ZBT-Routern
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Ein Router fungiert im Heimnetzwerk als zentrale Schnittstelle für sämtliche Datenströme.
Sicherheitsforscher des US-Unternehmens VulnCheck haben tief im System verankerte Spionageprogramme in Routern des chinesischen Herstellers ZBT nachgewiesen. Die betroffenen Netzwerkgeräte wurden weltweit über verschiedene Handelsplattformen vertrieben – häufig unter fremden Markennamen.
Über die Sicherheitslücken können Angreifer aus der Ferne die vollständige Kontrolle über die Hardware übernehmen und sensible Datenströme abfangen.
Spionage-Software „Darklantern“ und „Speakingstone“ entdeckt
In der Firmware älterer ZBT-Modelle identifizierten die IT-Experten zwei Schadprogramme namens „Speakingstone“ und „Darklantern“. Die Module werden über den systeminternen Dienst „inetdetect“ per UDP gestartet.
Die Software öffnet einen unverschlüsselten Kanal nach außen. Dadurch können unbefugte Dritte Befehle mit Systemrechten ausführen, während das Gerät automatisch eine direkte Verbindung zu Servern in China aufbaut. Standardmäßige Firewalls im Heimnetzwerk werden dabei wirkungslos umgangen.
Verkauf unter verschiedenen Markennamen
Die OEM-Hardware von ZBT gelangte unter unterschiedlichen Handelsnamen auf den Markt, darunter Digineo, Wave WiFi und Lippert Components. Obwohl der Großteil der bisher erfassten aktiven Geräte in China lokalisiert wurde, führen Vertriebswege auch nach Deutschland.

Telefon und Router auf einem Tisch
BSI warnt vor Risiken durch kompromittierte Router
Sicherheitsexperten raten dringend dazu, betroffene Modelle vom Netz zu trennen und auszutauschen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bezeichnet den Router als zentrales Herzstück der digitalen Vernetzung im Haushalt.
Ein ungesicherter oder manipulierter Internet-Knotenpunkt birgt weitreichende Gefahren:
- Vollständiger Diebstahl persönlicher Daten und Ausspähen aller Webaktivitäten
- Missbrauch des Internetanschlusses und der Telefonleitung für fremde Zwecke
- Einschleusen weiterer Schadsoftware auf verbundene Endgeräte
- Unerlaubter Austausch der Firmware zur dauerhaften Fernsteuerung
Hohe Skepsis gegenüber Netzwerktechnik aus China
Das Misstrauen gegenüber ausländischer Netzwerkhardware ist unter deutschen Nutzern bereits stark ausgeprägt. Eine YouGov-Erhebung zeigt, dass knapp 60 Prozent der Bundesbürger Geräten chinesischer Hersteller mit Skepsis begegnen.
Bei Technik aus Russland liegt die Ablehnung bei 68 Prozent. Europäische Hersteller genießen hingegen das höchste Vertrauen: Lediglich elf Prozent der Befragten äußern hier Sicherheitsbedenken.

